Heute möchte ich Euch etwas über
stumme Verkäufer erzählen. Was ein Verkäufer ist, wisst Ihr sicher: Er arbeitet in einem Laden und verkauft Waren. Das kann eine Bäckerei sein oder eine
Metzgerei, ein Kiosk oder ein Supermarkt. Was aber ist ein stummer Verkäufer?
- stumm: (silent)
- die Metzgerei, -en: (butcher's shop)
Ganz einfach: Ein stummer Verkäufer ist ein
Kasten aus Metall, der auf vier Füßen steht. In diesem Kasten sind
Zeitungen. Aktuelle Tageszeitungen. Oben ist dann noch eine
Schlagzeile zu lesen, die neugierig machen soll auf die Zeitung. Diese Kästen nennt man in Deutschland stumme Verkäufer.
- ganz einfach: (quite simply)
- der Kasten, Kästen: (box)
- die Zeitung, -en: (newspaper)
- die Schlagzeile, -n: (headline)
Ich weiß, dass es Zeitungskästen natürlich auch in anderen Ländern gibt. Aber in Amerika zum Beispiel muss man erst Geld
einwerfen, bevor man sie öffnen kann um eine Zeitung zu entnehmen. In München kann man einfach den Deckel anheben und sich eine Zeitung nehmen. Natürlich soll man Geld einwerfen, aber die Kästen sind keine Automaten. Man vertraut auf die
Ehrlichkeit der Kunden.
- einwerfen, einwarf, eingeworfen: (to drop in)
- die Ehrlichkeit _: (honesty)
Da die Münchner aber genauso unehrlich sind wie alle anderen Menschen, werden
hin und wieder Kontrollen gemacht. Das Prinzip ist so ähnlich wie bei der U-Bahn: Während in anderen Städten wie Paris, London oder New York ein
Zutritt zur U-Bahn nur mit einem Ticket möglich ist, kann man in München oder Berlin einfach in den Zug einsteigen. Kontrolliert wird nur in
Stichproben – auch hier vertraut man auf die Ehrlichkeit der
Bürger.
- hin und wieder: (at times)
- der Zutritt _: (access)
- die Stichprobe, -n: (sample)
- der Bürger, -: (citizen)
Zur Zeitungslandschaft in Deutschland kann man viel sagen, ich möchte Euch aber nur einige Zeitungen vorstellen. Die am meisten verkaufte Zeitung in Deutschland ist die BILD-Zeitung. Sie ist eine
Boulevardzeitung, zu erkennen an riesigen
Überschriften, nackten Frauen auf dem Cover und Skandal-Geschichten über
Prominente. In Städten wie München gibt es zusätzlich noch weitere kleine Boulevardzeitungen wie die Abendzeitung.
- die Boulevardzeitung, -en: (tabloid)
- die Überschrift, -en: der Titel
- Prominente: VIP
Neben regionalen Zeitungen gibt es auch überregionale Zeitungen. Diese werden nicht nur in einer bestimmten Stadt oder einer bestimmten Region verkauft, sondern in ganz Deutschland. Ein Beispiel ist die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Übrigens nennen wir Magazine in Deutschland Zeitschriften. Gemeint sind farbig gedruckte Zeitschriften in Heftform. Am bekanntesten ist hier der Spiegel, der einen sehr guten journalistischen
Ruf hat und jeden Montag
erscheint.
- der Ruf, -e: (reputation)
- erscheinen, erschien, erschienen: (to be released)
Alle diese Zeitungen und Zeitschriften haben übrigens mittlerweile eigene Internetseiten.
Schmökert doch ein wenig herum! Den Spiegel gibt es auch auf Englisch zu lesen, falls das für Euch einfacher ist.
- schmökern, schmökerte, geschmökert: (to browse)
So, das war mein Thema für heute. Ein Foto von einem stummen Verkäufer stelle ich Euch ins Internet, und zwar auf slowgerman.com und natürlich auch bei Flickr.
[
Slow German #13]