Osteuropaeische Saisonarbeiter

  • der Saisonarbeiter, -: der Wanderarbeiter – seasonal worker
Arbeiten in der Fremde für das Wohl der Daheimgebliebenen
  • in der Fremde: abroad
  • das Wohl _: well-being
  • daheim: at home
So fern und doch so nah: Viele Migranten unterstützen ihre Familien in der Heimat. In den Empfängerländern sind die Geldsendungen oft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Doch Überweisungsfirmen kassieren hohe Gebühren.
  • der Migrant, -en: jemand, der nicht nur kurzfristig seinen Wohnsitz wechselt und nicht im Aufenthaltsland geboren wurde
    • kurzfristig: ohne lange Planung – short term
  • der Empfänger, –: reciever
  • die Geldsendung, -en: remittance
  • bedeutend: significant, important
  • die Überweisung, -en: money transfer
Der typische Migrant, der zurzeit seine Heimat in Osteuropa oder in einem Land der ehemaligen Sowjetunion verlässt ist jung, gut gebildet und kinderlos, erklärt Bryce Quillin Autor einer Studie der Weltbank, die sich mit dem Thema beschäftigt. Früher sei das Motiv der Auswanderung die Rückkehr in die ehemalige ethnische oder kulturelle Heimat gewesen – oder die Flucht aus Konfliktgebieten. Heutzutage sei es, laut Quillin, jedoch meist das Streben nach besseren Lebensbedingungen. Der durchschnittliche Betrag, den die Emigranten nach Hause überweisen, beträgt 500 Dollar im Monat – und entspricht in etwa 20 Prozent ihres Einkommens. In der Heimat trägt das Geld dann wesentlich zum Überleben oder zum zusätzlichen Wohlstand der Familie bei.
  • zurzeit: currently
  • die Weltbank: Institution, die die wirtschaftliche Entwicklung von weniger entwickelten Ländern durch finanzielle Hilfen, Beratung und technische Hilfe fördert
    • die Beratung, -en: advice
  • das Motiv, -e: der Leitgedanke
  • ethnisch <- die Ethnie, -n: Gruppe, Minderheit, Personen, welche der gleichen kulturellen Gruppe zugeordnet werden können
    • zuordnen, zuordnete, zugeordnet: to assign, to classify
  • das Konfliktgebiet, -e: ein Gebiet in dem zwei oder mehr Parteien eine Auseinandersetzung haben
  • das Streben _: der Eifer – striving; ambition
  • die Lebensbedingung, -en: living conditions
  • der Betrag, Beträge: die Geldsumme, die Menge
  • überweisen, überwies, überwiesen: to transfer
  • das Einkommen, -: die Einkünfte, die Einnahme, der Lohn; das Geld, das jemand durch Arbeit verdient
  • beitragen, beitrug, beigetragen: to contribute
  • der Wohlstand _: der Besitz
Der Anteil, der die Menschen in der Heimat erreicht, könnte allerdings noch höher sein. Elf Prozent der Summe der Rücküberweisungen, schätzt die Weltbank, gehen durch die hohen Überweisungsgebühren verloren, wenn das Geld auf dem legalen Weg in die Heimat geschickt wird. Es wäre also durchaus im öffentlichen Interesse, wenn diese Gebühren gesenkt werden könnten, sagt Bryce Quillin.
  • die Summe, -n: der Betrag, das Ergebnis
  • legal: gesetzlich, gesetzmäßig
  • durchaus: definitely
Momentan werden Geldsendungen in die Heimat allerdings nur selten über die Bank abgewickelt. Häufig überbringen Freunde, Familienmitglieder oder die Migranten selbst das Geld. Das liegt daran, dass eine große Zahl der Auswanderer illegal in ein anderes Land geht und deshalb keinen Zugang zu formalen Finanzkanälen hat. Anderen fehlt der Zugang zu Banken, weil sie beispielsweise als Saisonarbeiter in ländlichen Gegenden arbeiten. Die informellen Transaktionen sind oft auch preiswerter. Der Nachteil: gegen Missbrauch kann sich niemand schützen.
  • abwickeln, abwickelte, abgewickelt: to process
  • überbringen, überbrachte, überbracht: to deliver
  • der Finanzkanal, Finanzkanäle: Weg, auf dem Geldtransaktionen abgehandelt werden
    • abhandeln, abhandelte, abgehandelt: to deal with
  • informell: formlos
  • die Transaktion, -en: das Geschäft
  • der Missbrauch, Missbräuche: der falsche Gebrauch
[Deutsche Welle Top-Thema 10-04-2007]