Die Probleme Afrikas

Entwicklungshilfe – ein süßes Gift?
  • die Entwicklungshilfe, -n: die meist finanzielle Unterstützung von armen Ländern
  • das süßes Gift: etwas verschleiertes Schlechtes mit einer offensichtlich angenehmen Seite; hier: Unterstützung, die einen negativen Effekt hat
    • verschleiern, verschleierte, verschleiert: to veil, to conceil
    • offensichtlich: offenbar
Eine Billion Dollar Entwicklungshilfe für Afrika seit 1960 - die Probleme bleiben.

***
Braucht Afrika wirklich mehr Entwicklungshilfe?

Experten warnen: Mehr Geld bedeutet nicht unbedingt, dass die Probleme des armen Kontinents wirksam bekämpft werden.
  • unbedingt: necessarely
  • wirksam: effectively
***
Die Summe ist unvorstellbar:
unvorstellbar: unbegreiflich; unglaublich

Seit 1960 ist fast eine Billion US-Dollar an Entwicklungshilfe nach Afrika geflossen.
  • fließen, floss, geflossen: transferieren; zukommen lassen
Trotzdem geht es vielen Ländern in Afrika heute schlechter als damals, kritisiert Cord Jakobeit, Politikwissenschaftler an der Universität Hamburg.
  • trotzdem: nonetheless, even so
  • kritisieren, kritisierte, kritisiert: beurteilen; werten
***
"Wenn die Antwort auf die Probleme Afrikas 'mehr Geld' ist, dann ist diese Antwort naiv", sagt Jakobeit.
  • naiv: arglos; leichtgläubig
Diese Forderung trage zwar dazu bei, das Bewusstsein der Öffentlichkeit in den Industrieländern für die Probleme Afrikas zu schärfen.
  • die Forderung, -en: claim
  • zu etwas beitragen, beitrug, beigetragen: bei etwas helfen
  • zwar: surely, indeed
  • die Öffentlichkeit _: die Allgemeinheit
  • das Industrieland, Industrieländer: technologisch und wirtschaftlich hoch entwickeltes Land
  • schärfen, schärfte, geschärft: to sharpen
Vor Ort ändere sich dadurch aber noch nichts.
  • vor Ort: da, wo derjenige gerade ist – on spot, immediately
Es sei noch viel zu wenig über die Wirkungen von Entwicklungshilfe bekannt, um sagen zu können, mehr Geld bringe Fortschritt, gibt Jakobeit zu bedenken.
  • bedenken, bedachte, bedacht: to consider
***
Skeptisch ist auch Matthias Busse vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut.
  • skeptisch: kritisch; zweifelnd
Laut Busse könne Entwicklungshilfe wirken wie ein "süßes Gift".

Hilfe könne dazu führen, dass die Länder sich kaum noch anstrengen um Steuern einzutreiben.
  • kaum noch: just
  • anstrengen, anstrengte, angestrengt: to strain
  • das Steuer, -n: tax
  • eintreiben, eintrieb, eingetrieben: to collect, to take payments
"Die brauchen sie aber für einen lang anhaltenden, sich selbst verstärkenden Aufschwung", sagt Busse.
  • anhaltend: continuing, enduring, permanent
  • verstärkend: cumulative
  • der Aufschwung, Aufschwünge: progress
***
Der Forscher verurteilt Entwicklungshilfe jedoch nicht pauschal.
  • verurteilen, verurteilte, verurteilt: bestrafen; richten
  • pauschal: insgesamt
Positive Wirkungen seien möglich.

Grundsätzlich sollte Entwicklungshilfe nur dann gewährt werden, wenn ein Land bereits selbständig Fortschritte erzielt habe, fordert Busse.
  • grundsätzlich: prinzipiell
  • gewähren, gewährte, gewährt: to allow
  • der Fortschritt, -e: progress, improvement
  • erzielen, erzielte, erzielt: to achieve
Die reichen Länder sollten deshalb ihre Entwicklungshilfe-Etats deutlich reduzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren.
  • der Etat, -s: das Budget
  • reduzieren, reduzierte, reduziert: verkleinern; herabsetzten
    • herabsetzen, herabsetzte, herabgesetzt: to decrease
  • wesentlich: essential, fundamental
  • konzentrieren, konzentrierte, konzentriert: auf etwas besonders Acht geben
    • Acht geben: to pay attention
***
See the original Deutsche Welle 08-06-2007 Top-Thema page for an mp3, a pdf, and more learning material.