Alemannia als Vorname

Unmögliche und mögliche Vornamen
  • der Vorname, –n: der Name, bei dem man von Eltern und Freunden genannt wird
Vornamen werden immer fantasievoller und internationaler.
  • fantasievoll: so, dass etwas eine neue Idee ist; kreativ
Um Kinder zu schützen, werden neue und ungewöhnliche Namen geprüft.
  • prüfen, prüfte, geprüft: to check
Dafür gibt es an der Universität Leipzig eine spezielle Hotline.
  • die Hotline, –s: eine Telefonnummer, unter der man sich beraten lassen kann
[Foto: Ein Stempel mit der Aufschrift Kevin - es war lange ein beliebter Vorname in Deutschland]
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Darf man sein Kind "Alemannia", "Cayman" oder vielleicht sogar "Whisky" nennen? Gabriele Rodriguez von der Universität Leipzig hilft Eltern weiter. Für 1,86 Euro pro Minute kann man von ihr telefonisch erfahren, welche Vornamen in Deutschland erlaubt sind und welche nicht. Das Telefon klingelt. Die Anruferin fragt, ob sie ihrem Sohn den Namen "Cayman" geben kann. Rodriguez weiß die Antwort: "Kein Problem, er ist in Amerika üblich und so auch hierzulande möglich."
  • üblich: common, usual
  • hierzulande: in diesem Land; das Land, in dem man sich gerade befindet
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Die Chance, seinem Kind heute einen exotischen Namen geben zu können, hat sich deutlich erhöht.
  • exotisch: fremd und ungewöhnlich
Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Namen, die noch vor 20 Jahren tabu waren.
  • tabu: auf keinen Fall erlaubt
Durch englischsprachige Serien im deutschen Fernsehen, internationale Prominente wie Anastasia oder Britney Spears und erschwingliche Reisen in ferne Länder haben immer mehr Eltern die Idee, ihrem Kind einen möglichst ungewöhnlichen Namen zu geben.
  • der/die Prominente, -n: eine Person, die sehr bekannt ist (z. B. ein/e Sänger/in oder Schauspieler/in)
  • erschwinglich: so, dass etwas nicht zu teuer ist
  • ungewöhnlich: nicht normal; außerordentlich
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Ob ein Vorname genehmigt wird, entscheidet Rodriguez nach drei einfachen Kriterien:
  • genehmigen, genehmigte, genehmigt: to permit, to approve, to authorize
  • Kriterium, das (Plural: die Kriterien) – ein Merkmal, um etwas zu beurteilen
Erstens muss der Name als Vorname erkennbar sein, zweitens muss man dem Namen ein Geschlecht zuordnen können und schließlich muss der Name zum Wohle des Kindes sein.
  • erkennbar: recognizable
  • das Geschlecht, –er: die Tatsache, ob man ein Mann oder eine Frau ist - gender
  • etwas zuordnen, zuordnete, zugeordnet: etwas erkennen
  • zum Wohle von jemandem – so, dass es jemandem gut geht
"Whisky" wurde zum Beispiel abgelehnt, weil das Kind nicht schon von der Wiege an als Trinker stigmatisiert werden darf.
  • ablehnen, ablehnte, abgelehnt: nicht annehmen; nicht akzeptieren
  • von der Wiege an: schon zum Zeitpunkt der Geburt
    • die Wiege, -n: ein Bett für kleine Kinder
  • der Trinker, - / die Trinkerin, –nen: der Alkoholiker / die Alkoholikerin, -nen
  • jemanden stigmatisieren, stigmatisierte, stigmatisiert: eine Person als etwas darstellen, wodurch sie Nachteile hat
"Schulze" ist nicht erlaubt, weil es ein Nachname ist.
  • der Nachname, –n: der Familienname
"Alemannia", eigentlich der Name eines deutschen Sportvereins, wurde als Vorname genehmigt.
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Neben dem Trend zu englischen Namen entdecken Eltern gerade wieder ihre Liebe zu alten deutschen Vornamen.
  • der Trend, –s die Mode; die Entwicklung hin zu etwas; die Tendenz
Gabriele Rodriguez überrascht das nicht.
  • überraschen, überraschte, überrascht: to surprise
Sie erklärt, dass Namen alle 100 Jahre zurückkommen. Im Moment werden Kinder gern wieder Ida, Karl, Emma, Friedrich oder Frieda genannt. Deswegen ruft natürlich kaum jemand die Hotline an, denn diese Vornamen stehen, so Rodriguez, "allesamt im internationalen Handbuch der Vornamen".
  • allesamt: alle
  • das Handbuch, Handbücher: ein Buch, in dem Informationen zu einem bestimmten Thema zusammengefasst sind
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See the original Deutsche Welle 10. April 2010 Top-Thema page for an mp3, a pdf, and more learning material.