Ich lebe in Bayern, genauer gesagt in München. Und hier gibt es eine Tradition, die Ihr vielleicht kennt - Biergärten. Ein typischer Biergarten hat
orangefarbene Bänke und Tische. Der Boden ist mit kleinen
Kieselsteinen bedeckt. Große
Kastanienbäume spenden
Schatten.
- orangefarben: orange, rot wie eine Orange
- der Kieselstein, -e: (gravel, pebble)
- die Kastanie, -n: (chestnut)
- der Schatten, -: (shade)
Aber das ist noch nicht alles: Ein richtiger Biergarten in Bayern ist in zwei
Bereiche unterteilt. In einem Bereich wird man von einem
Kellner oder einer
Kellnerin bedient. Diesen Teil
erkennt man meistens daran, dass hier
Tischdecken auf den Tischen zu sehen sind. Der andere Teil ist der wichtigere: Hier darf man sich sein Essen selber mitbringen! So sieht man also
Einheimische, die ihre eigenen Tischdecken ausbreiten und aus
Körben allerlei leckeres Essen
zaubern. Das Bier und die anderen Getränke jedoch muss man an kleinen Ständen im Biergarten kaufen.
- der Bereich, -e (auch das): (area)
- unterteilen, unterteilte, unterteilt: (to divide)
- der Kellner, -, die Kellnerin, -nen: (waiter)
- bedienen, bediente, bedient: (to serve)
- erkennen, erkannte, erkannt: (to identify)
- die Tischdecke, -n: (table cloth)
- einheimisch: (native, local)
- der Korb, Körbe: (basket)
- allerlei: (all sort of)
- zaubern, zauberte, gezaubert: (to perform magic)
Traditionelle Biergärten
schenken Bier nur in
Krügen aus, die für Nicht-Bayern riesig sind: Ein ganzer Liter Bier passt hier rein, und das Glas nennt man somit nicht mehr Glas, sondern Mass. Essen kann man auch kaufen, falls man nichts mitgebracht hat. Es gibt meistens gegrillte
Würstchen, halbe
Hähnchen, oft auch gebratenen Fisch, Steckerlfisch genannt. Lecker finde ich vor allem die kalten
Brotzeiten: Käse mit einer riesigen
Breze, Radi (das ist Rettich) mit Salz oder der berühmte Obazda.
- ausschenken, ausschenkte, ausgeschenkt: (to pour)
- der Krug, Krüge: (jug, mug)
- das Würstchen, -: (sausage)
- das Hähnchen, -: (chicken)
- die Brotzeit, -en: (snacks)
- die Breze / Brezel, -n: (pretzel)
Obazda ist eine orangefarbene Masse, die man sich auf ein Brot oder eine Breze
schmieren kann. Er besteht aus Camembert, Zwiebeln, Paprikapulver, Butter und ein wenig Weißbier.
- schmieren, schmierte, geschmiert: (to spread)
Es ist übrigens ganz normal, sich zu anderen, fremden Leuten an den Tisch zu setzen, denn ein Biergarten ist Zeichen für
Geselligkeit. Und noch ein Hinweis, damit es keine
Verwirrung gibt: Ein Biergarten bedeutet nicht, dass Männer dort hingehen, um sich zu
betrinken. Ein Biergarten ist Kultur. Hier treffen sich Freunde, Familien gehen mit ihren Kindern hierher,
Geschäftsmänner treffen sich mittags hier zum Essen. Es geht um Gemütlichkeit, nicht um Alkohol.
- die Geselligkeit, -en: (sociability)
- die Verwirrung, -en: (confusion)
- betrinken, betrank, betrunken: (get drunk)
- der Geschäftsmann, Geschäftsleute / Geschäftsmänner: (businessmen)
Große Biergärten übrigens haben Platz für 7000 bis 8000 Menschen - und sie sind an schönen Sommertagen
randvoll! Wer also in nächster Zeit nach München kommt - ich empfehle den traditionellen Augustiner Biergarten in der Nähe des Hauptbahnhofes! Und keine
Angst: Natürlich gibt es hier auch nicht-alkoholische Getränke.
- randvoll: (completely filled)
- empfehlen, empfahl, empfohlen: (to recommend)
- die Angst, Ängste: (fear)
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Slow German #8]