Das Schicksal der iranischen Bahá'i

  • das Schicksal, –e: die Ereignisse, die das Leben eines Menschen bestimmen - destiny
Bahá'i Garten in Haifa, Israel

Die Bahá'i sind die größte religiöse Minderheit im Iran. Seit Langem werden sie dort verfolgt und unterdrückt. Viele Bahá'i sind deswegen ausgewandert. Einer von ihnen ist der 35-jährige Berus.
  • die Minderheit, –en: eine kleine Gruppe von Menschen in einem Staat, die sich von den anderen unterscheiden
  • seit langem: for a long time
  • jemanden verfolgen, verfolgte, verfolgt: jemanden schlecht behandeln, weil er eine andere Religion hat
  • jemanden unterdrücken, unterdrückte, unterdrückt: jemandem nicht die gleichen Rechte geben wie allen anderen
  • auswandern, auswanderte, ausgewandert: für immer in ein anderes Land gehen
Berus lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland, weit weg von seiner Heimat dem Iran. Er will nicht sagen, wo genau er wohnt und wie er wirklich heißt. Er hat Angst, dass der iranische Geheimdienst von seinen kritischen Äußerungen erfährt und seine Familie im Iran dafür bestraft. Denn Berus und seine Familie sind Anhänger der Bahá'i-Religion.
  • weit weg: far away
  • der Geheimdienst, –e: eine staatliche Organisation, die geheime Informationen aus anderen Ländern beschafft und geheime Geschäfte des eigenen Landes vor Spionen schützt - secret service
  • die Äußerung, –en: das, was jemand sagt
  • bestrafen, bestrafte, bestraft: to punish
  • der Anhänger, –: jemand, der zu einer bestimmten Gruppe gehört und an etwas Bestimmtes glaubt
Weltweit gibt es etwa sieben Millionen Bahá'i. Sie glauben, dass Gott immer wieder Propheten auf die Erde gesandt hat, zum Beispiel Jesus, Moses und Mohammed. Für streng gläubige Muslime ist das eine schwere Sünde. Denn sie sind sich sicher, dass es neben Mohammed keine weiteren Propheten gab.
  • immer wieder: repeatedly
  • der Prophet, –en: jemand, von dem man sagt, dass er eine Botschaft von Gott überbringt
    • die Botschaft, -en: message
    • überbringen, überbrachte, überbracht: to bear, to deliver
  • senden, sandte, gesandt: to send
  • der Muslim, -e /die Muslimin: Anhänger des Islams
  • die Sünde, –n: eine Tat, die gegen die Gesetze einer Religion ist - sin
"Den Bahá'i geht es im Iran wegen ihres Glaubens sehr schlecht", sagt Hans Bielefeld, Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Sie dürfen nicht zur Universität gehen, als Beamte arbeiten oder nach islamischem Recht heiraten. Hunderte von ihnen wurden unter der islamischen Regierung hingerichtet, viele sitzen in Gefängnissen – ohne Kontakt nach Außen.
  • das Menschenrecht, –e: die grundsätzlichen Rechte eines Menschen, zum Beispiel: das Recht auf eine eigene Meinung
  • jemanden hinrichten, hinrichtete, hingerichtet: jemanden zur Bestrafung töten - to execute
Wie Berus haben viele der Bahá'i den Iran verlassen. Aber Berus glaubt fest daran, dass die Unterdrückung eines Tages aufhören wird. Denn eine wichtige Prophezeiung der Bahá'i-Religion ist, dass alle Menschen auf der Welt eines Tages in Frieden miteinander leben werden.
  • die Unterdrückung, -en: oppression
  • eines Tages: irgendwann
  • aufhören, aufhörte, aufgehört: ein Ende haben, enden
  • die Prophezeiung, –en: das, was ein Prophet über die Zukunft vorhergesagt hat
[Deutsche Welle Top-Thema 24-06-2008]