Hoch im Kurs

... aber noch kein Öko-Traum: Biokraftstoffe
  • der Biokraftstoff, -e: biofuel
Biokraftstoff Raps
  • der Raps, -e: colza
Sie sollen viele Probleme lösen: energiepolitische, wirtschaftliche und klimatische. Aber Umweltschützer sehen Biokraftstoffe auch kritisch. Sind die alternativen Energien doch nicht so bio?
  • etwas ist bio: (umgangsprachlich) etwas ist umweltfreundlich
Biokraftstoffe sind in und ihr Markt boomt. In Deutschland werden sie dem konventionellen Kraftstoff beigemischt und fließen mittlerweile durch jede Zapfsäule. Etwa fünf Prozent des Benzins besteht aus Biosprit. Auch im Rest der Welt werden immer mehr energiereiche Pflanzen wie Zuckerrohr, Mais, Weizen oder Raps angebaut und zu Kraftstoff verarbeitet.
  • etwas ist in: (umgangssprachlich) etwas ist sehr gefragt; etwas ist modern
  • boomen, boomte, boomt: (Anglizismus) etwas erlebt wirtschaftlichen Aufschwung
    • der Aufschwung, Aufschwünge: progress
  • konventionell: herkömmlich; üblich
  • beimischen, beimischte, beigemischt: to mix
  • fließen, floss, geflossen: to flow
  • die Zapfsäule, -n: die Tanksäule – petrol pump
  • das Zuckerrohr, -e: sugar cane
  • anbauen, anbaute, angebaut: to cultivate
Die Ziele, die damit verfolgt werden, sind vielschichtig: Energiepolitisch geht es darum, von Öl- und Gasimporten unabhängiger zu werden. Es gibt auch wirtschaftliche Vorteile: Weniger Einfuhren bedeuten geringere Kosten für die Wirtschaft. Und natürlich sollen Biokraftstoffe auch umweltfreundlicher sein. Aber genau dieser Punkt ist umstritten.
  • vielschichtig: vielfältig
  • unabhängig: indipendent
  • die Einfuhr, -en: import
  • gering: klein
Zwar stimmt es, dass die Verbrennung von Biokraftstoffen geringere Mengen des schädlichen Kohlendioxids (CO²) freisetzt als die Verbrennung fossiler Kraftstoffe. Aber WWF, Naturschutzbund und Umweltschutzorganisationen aus Lateinamerika warnen trotzdem vor dem Bio-Boom.
  • schädlich: harmful
  • freisetzen, freisetzte, freigesetzt: to release
Denn in Brasilien, Indonesien und Malaysia hat die Rodung des Regenwaldes zugenommen, um Platz zu schaffen für neue Anbauflächen. Die Brandrodung verursacht riesige Kohlendioxid-Emissionen, die den Treibhauseffekt verstärken. Außerdem kann ein Zuckerrohrfeld oder eine Ölpalmenplantage bei weitem nicht so viel CO² speichern, wie ein Regenwald auf gleicher Fläche.
  • die Rodung, –en: das Abholzen von Wald - uprooting
  • zunehmen, zunahm, zugenommen: to increase
  • die Brandrodung, -en: das Niederbrennen von Wald
  • die Emission, –en: die Abgabe; die Ausschüttung; der Ausstoß (zum Beispiel: von Schadstoffen)
  • der Treibhauseffekt _: die Erwärmung eines Planeten durch Gase in der Atmosphäre
  • etwas speichern, speicherte, gespeichert: etwas beinhalten; aber auch: etwas aufbewahren - to store
"Dabei gibt es noch beträchtliche Anbaupotenziale in Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten", sagt Jürgen Zeddies, Agrarökonom von der Universität Hohenheim. Diese Fläche könnte man für den Anbau nachwachsender Rohstoffe nutzen. Umweltschützer warnen allerdings davor, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Ihr Argument: Viele Pflanzenarten in Deutschland würden aussterben, weil sich durch die effiziente Flächennutzung die Bodenbeschaffenheit verändere.
  • beträchtlich: substantial
  • das Potenzial, –e: die Möglichkeit; die theoretische Leistungsfähigkeit
    • die Leistungsfähigkeit _: capability
  • nachwachsend: renewable
  • etwas voll ausschöpfen, ausschöpfte, ausgeschöpft: etwas ganz und gar nutzen
  • effizient: wirkungsvoll; wirtschaftlich
  • wirkungsvoll: effective
  • die Bodenbeschaffenheit _: die Struktur des Bodens - soil conditions
[Deutsche Welle Top-Thema 30-01-2007]