Werbung, die nicht wie Werbung aussieht

Eine berühmte Waschmittel-Reklame aus den 1920er Jahren
  • das Waschmittel, –: washing powder
  • die Reklame, -n: alte Bezeichnung für Werbung
Die klassische Werbung in Fernsehen, Zeitungen und Internet hat immer weniger Einfluss auf die Konsumenten. Deshalb hat die Wirtschaft eine neue Methode entwickelt: Werbung, die der Kunde nicht bemerkt.
  • klassisch: üblich, alt bekannt
  • der Konsument, –en: jemand, der etwas kauft und benutzt
  • bemerken, bemerkte, bemerkt: to percieve
Jeden Tag begegnen uns ungefähr 1500 Werbe-Botschaften – offenbar ohne großen Erfolg. "Menschen haben gelernt, wie Werbung funktioniert", erklärt Wirtschaftsberater Michael Domsalla. Er sagt, dass die Konsumenten ablehnend oder sogar aggressiv auf Werbung reagieren. Sie haben gelernt, Werbung zu ignorieren. Klassische Reklame schafft es immer weniger, zu überraschen oder Aufmerksamkeit zu erregen, so Domsalla.
  • die Botschaft, –en: die Nachricht
  • der Berater, –: adviser
  • aggressiv: wütend
  • ignorieren, ignorierte, ignoriert: mit Absicht nicht beachten
    • die Absicht, -en: intention
  • Aufmerksamkeit erregen: dafür sorgen, dass etwas beachtet wird
    • die Aufmerksamkeit, -en: attention
Ob die Kunden etwas kaufen oder nicht, entscheiden sie immer häufiger mit Hilfe des Internets. Allerdings ist die Werbung für diese Entscheidung in vielen Fällen bedeutungslos. Viele Menschen informieren sich lieber auf Internetseiten, auf denen andere ihre Meinung zu Produkten mitteilen und diskutieren.
  • bedeutungslos: nicht wichtig; ohne Wirkung
  • mitteilen, mitteilte, mitgeteilt: to inform
Auf dieses Verhalten der Konsumenten reagieren Werbefachleute nun mit Werbung, die nicht wie Werbung aussieht. Auf Video-Portalen wie YouTube machen sie ihre Produkte mit lustigen Filmen bekannt. Hinzu kommen Kommentare in Blogs und Links zu Internetseiten. Das soll bewirken, dass die Menschen über die Produkte reden. Die Botschaft soll sich dadurch wie ein Virus verbreiten.
  • das Verhalten, –: behaviour
  • die Werbefachleute: Menschen, die Werbung analysieren oder produzieren
  • das Portal: eine Internetseite, auf der jeder selber Inhalte veröffentlichen kann
    • der Inhalt, -e: content
  • hinzukommen, hinzukam, hinzugekommen: to come along
  • das/der Blog, -s: ein Internet-Tagebuch, das von anderen gelesen werden kann
  • bewirken, bewirkte, bewirkt: als Wirkung haben; zu etwas führen
  • das Virus, Viren: ein kleiner Organismus, der Krankheiten, z.B. Grippe oder Schnupfen, verursacht
  • etwas verbreitet sich: etwas wird immer mehr Menschen bekannt
Doch die so genannte virale Werbung ist viel mehr als ein paar lustige Videos. Sie macht genauso viel Arbeit wie eine klassische Kampagne. Damit ein Video auf der Startseite von Youtube zu sehen ist, muss es mindestens 50.000 Mal angesehen werden. Ob und wie diese neuen Werbekampagnen die Zielgruppe erreichen, ist allerdings noch nicht klar. Denn wenn sich etwas viral verbreitet, kann man es nicht mehr kontrollieren.
  • viral – etwas, das wie ein Virus funktioniert
  • die Kampagne, –n: verschiedene Aktionen, die alle zusammen eine bestimmte Wirkung haben sollen
  • die Zielgruppe, –n: eine bestimmte Gruppe von Menschen, die eine Botschaft erreichen soll
[Deutsche Welle Top-Thema 04-07-2008]