Deutschlands arme Kinder

Eine Junge vor einer Hochhaussiedlung in Köln: Schlechte Aussichten
  • die Siedlung, -en: settlement
  • die Aussicht, -en: expectation
Kein Geld und keine Perspektive: Die Armut trifft am häufigsten Kinder alleinerziehender Eltern und ausländischer Familien. Es fehlt bisher an ausreichender Unterstützung, um die Situation der Kinder zu verbessern.
  • die Perspektive, -n: die Möglichkeiten und Chancen für jemanden in der Zukunft
  • alleinerziehend: so, dass ein Elternteil seine Kinder ohne Partner/-in erzieht
    • der Elternteil: parent
    • erziehen, erzog, erzogen: to educate, to bring up
  • ausreichend: sufficient

In Deutschland leben nach Schätzungen des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) drei Millionen Kinder in Armut. Besonders stark betroffen sind Kinder alleinerziehender Eltern: Bis zu 40 Prozent von ihnen gelten als arm. Auch die Kinder ausländischer Familien gehören zu den großen Verlierern. Für sie ist das Armutsrisiko doppelt so hoch wie für Kinder aus deutschen Familien.
  • nach Schätzung: wie ungefähr bestimmt oder beurteilt wurde
  • betreffen (betriffst, betrifft), betraf, betroffen: to affect
  • jemand/etwas gilt als jemand/etwas: viele Leute haben eine bestimmte Meinung über jemanden/etwas
  • der Verlierer, –: loser

"Kinderarmut in Deutschland heißt nicht, dass die Kinder verhungern", sagt Thomas Krüger, Präsident des DKHW. Dennoch sind die Auswirkungen der Armut gravierend: Arme Kinder haben geringere Bildungschancen, leiden öfter an Krankheiten und an Übergewicht und zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten. Dies führt dazu, dass sie von ihren Mitschülern nicht akzeptiert werden, so Krüger. "Die Kinder müssen auf Dinge verzichten, die für viele ihrer Altersgenossen selbstverständlich sind."
  • verhungern, verhungerte, verhungert: to starve
  • die Auswirkung, -en: consequence
  • gravierend: von großer Bedeutung
  • das Übergewicht, –e: das zu hohe Körpergewicht

  • die Verhaltensauffälligkeit _: ein andauerndes, nicht normales Verhalten, das negativ bewertet wird
    • bewerten, bewertete, bewertet: to estimate, to evaluate
  • jemanden akzeptieren, akzeptierte, akzeptiert: jemanden so annehmen, wie er ist
  • auf etwas verzichten, verzichtete, verzichtet: etwas nicht haben oder machen können - to do without
  • der Altersgenosse, -n: jemand, der genauso alt ist wie jemand

Damit zukünftig mehr Eltern von jüngeren Kindern arbeiten gehen können, will die Bundesregierung nun die Zahl der Kindergartenplätze für Kinder unter drei Jahren erhöhen. Außerdem soll das Kindergeld um zehn Euro im Monat angehoben werden. Thomas Krüger jedoch reagiert kritisch: "Eine solche Maßnahme löst die Probleme nicht", sagt er. Krüger fordert vor allem Verbesserungen im Bereich der Bildung, wie zum Beispiel eine frühe Sprachförderung für Kinder ausländischer Eltern, mehr Ganztagsschulen und einen kostenlosen Zugang zu Lernmitteln und Schulessen.
  • zukünftig: in future
  • das Kindergeld, -er: das Geld, das Eltern vom Staat für jedes Kind monatlich bekommen
  • etwas anheben, anhob, angehoben: etwas erhöhen; mehr von etwas geben
  • die Maßnahme, –n: eine Handlung, durch die etwas verändert werden soll - action, operation
  • der Bereich, –e: ein abgegrenztes Themengebiet
  • die Sprachförderung, –en: die Hilfe, die Unterstützung beim Erlernen einer Sprache
    • die Förderung, -en: assistance, aid
[Deutsche Welle Top-Thema 23-09-2008]