- die Untergrundkirche, –n: eine Kirche, die offiziell nicht erlaubt ist und deren Mitglieder sich geheim oder privat treffen
- erlauben, erlaubte, erlaubt: to permit
Ein älterer Mann und eine ältere Frau stehen betend vor einer Kirche - Die meisten chinesischen
Christen gehen in so genannte Familienkirchen
- der Christ, -en: christian
Das
Verhältnis zwischen Staat und Religion in China ist schwierig. Zwar gibt es staatlich
anerkannte Kirchen, doch ein Großteil chinesischer Christen
gehört illegalen "Familienkirchen"
an.
- das Verhältnis, -se: relationship
- anerkennen, anerkannte, anerkannt: to accredit
- etwas angehören, angehörte, angehört (Dativ): Mitglied bei etwas sein - to be member of
- illegal: gegen das Gesetz; verboten
Der
Gottesdienst beginnt mit elektrischen Gitarren und
Trommeln. Eine junge Frau geht aufs
Podium und erzählt von ihren Erfahrungen als Helferin in den
Erdbebenregionen. Die Frau ist Mitglied in einer illegalen Familienkirche im Norden der chinesischen Hauptstadt Peking. Vor knapp zwei Jahren haben Protestanten die Kirche gegründet. Heute hat sie etwa 500 Mitglieder.
- der Gottesdienst, -e: church service
- die Trommel, –n: ein hohles Musikinstrument, auf das man schlägt
- das Podium, Podien: eine erhöhte Fläche, auf der zum Beispiel Redner stehen - stage
- die Erdbebenregion, –en: ein Gebiet, in dem sich die Erde stark bewegte und dadurch vieles zerstört wurde
- das Erdbeben, –: earthquake
In der chinesischen Verfassung ist das Recht auf Religionsfreiheit
festgeschrieben, in der Praxis aber sind nur die staatlich kontrollierten Kirchen erlaubt. Die "katholische patriotische Vereinigung" zum Beispiel ist von
Rom unabhängig; ihre Priester und
Bischöfe werden vom Staat
ernannt und auch bezahlt. Viele Christen fühlen sich dadurch in ihrer Religionsfreiheit
eingeschränkt und gründen so genannte Familienkirchen. Die werden von der Regierung zwar meist
geduldet, dennoch werden immer wieder Priester dieser Kirchen
verhaftet.
- etwas ist festgeschrieben: ein Recht ist in die Verfassung geschrieben worden, um es offiziell gültig zu machen
- Rom: die offizielle römisch-katholische Kirche, der Papst
- der Bischof, Bischöfe: ein hoher Priester in der katholischen Kirche - bishop
- jemanden ernennen, ernannte, ernannt: jemandem ein Amt; einen Posten geben - to nominate
- jemanden (in etwas) einschränken, einschränkte, eingeschränkt: dafür sorgen, dass jemand weniger tun kann, als er will - to limit
- etwas dulden, duldete, geduldet: etwas tolerieren, obwohl man damit nicht einverstanden ist
- verhaften, verhaftete, verhaftet: to arrest
Der Rechtsanwalt Zhang Kai gehört ebenfalls einer Familienkirche an. Er
betont, dass der
Kern der Glaubensfreiheit in der
Trennung von Kirche und Staat liegt. Die Regierung, so Zhang Kai, darf sich nicht in kirchliche
Angelegenheiten einmischen. "Sie hat auch kein Recht zu
beurteilen, welche Religion gut und welche schlecht ist", sagt der Anwalt.
- betonen, betonte, betont: to stress
- der Kern, -e: der wichtigste Punkt; der wesentliche Teil von etwas - core
- die Trennung, -en: separation
- die Angelegenheit, -en: affair
- sich in etwas einmischen, einmischte, eingemischt: etwas in einer Situation machen, die einen nicht direkt betrifft
- betreffen (betriffst, betrifft), betraf, betroffen: to concern
- etwas beurteilen, beurteilte, beurteilt: sich über etwas eine Meinung bilden; etwas bewerten - to evaluate
Mittlerweile fordert die Polizei, dass sich alle Gläubigen beim Betreten der Kirche mit ihren persönlichen Daten anmelden. Aber auch dadurch ließen sich die Gläubigen bisher nicht vom Gottesdienst
abschrecken. Im Gegenteil: Die Zahl der Kirchenmitglieder
nimmt zu.
- jemanden (von etwas) abschrecken, abschreckte, abgeschreckt: jemanden durch Drohen dazu bringen, etwas nicht zu tun
- zunehmen, zunahm, zugenommen: to grow
[
Deutsche Welle Top-Thema 22-08-2008]