Wirtschaftsfaktor Karneval

Kölle Alaaf!

Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch wird in Köln kräftig gefeiert. Für Kamelle, Kölsch und Kostüm gibt so mancher Jeck ganz schön viel Geld aus.
  • die Weiberfastnacht, Weiberfastnächte: der Auftakt der Karnevalswoche; beginnt immer an einem Donnerstag: an diesem Tag ist es Brauch, dass Frauen den Männern die Krawatte als Symbol der männlichen Macht abschneiden.
    • der Auftakt, -e: prelude
    • der Brauch, Bräuche: tradition
    • abschneiden, abschnitt, abgeschnitten: to cut off
  • der Aschermittwoch, -e: der Tag, an dem die Karnevalsfeierlichkeiten enden und die Fastenzeit beginnt
  • die Kamelle, -n: die bei Karnevalsumzügen geworfenen Lebensmittel, neuerdings auch Spielzeuge oder Werbegeschenke
    • werfen (wirfst, wirft), warf, geworfen: to throw
    • neuerdings: recentely
  • das Kölsch _: ein Bier, das in Köln gebraut wird
  • das Kostüm, -e: die Verkleidung
  • der Jeck, -en: rheinischer Dialekt für: ein Verrückter; hier: ein Karneval feiernder Mensch
Wer Mitte Februar den 'Karnevalswierts' in Köln betritt, fühlt sich in die alten Tage der Winterschluss-Verkäufe zurückversetzt. Im größten Karnevals-Kaufhaus Deutschlands drängen sich die Narren durch Plüsch, Pailletten und Perücken auf der Suche nach dem geeigneten Kostüm. Rund 15.000 Kunden kommen in den Wochen vor Rosenmontag hierher - und das täglich.
  • betreten (betrittst, betritt), betrat, betreten: to enter
  • versetzen, versetzte, versetzt: to move
  • drängen, drängte, gedrängt: to insistently demand
  • der Narr, –en ein lustiger Mensch; hier: ein Karneval feiernder Mensch - fool, jerk
  • der Plüsch, –e: ein samtartiger Stoff
  • die Paillette, -n: Glitzerpartikel zum aufnähen
  • die Perücke, -n: der Haarersatz
  • der Rosenmontag, -e: ein Karnevalsfeiertag
Karnevalisten sparen nicht bei Verkleidung, Kostümen und Zubehör. Nach einer Studie der Dresdner Bank machte die Spielwaren-Industrie im vergangenen Jahr 290 Millionen Euro Umsatz damit. Frank Schröder, Geschäftsführer des 'Karnevalswierts', erklärt warum: " Der Kölner nimmt sich alles für Karneval - weil das hier wie eine Religion ist." Neben Kostümen sind in den närrischen Tagen Süßigkeiten der Renner. 150 Tonnen Pralinen, Bonbons und Schokolade werden in Köln am Rosenmontag von den Festwagen in die jubelnde Menge geschmissen.
  • Zubehör, -e: accessory
  • der Umsatz, Umsätze: der Gewinn; der Erlös - total revenue
  • närrisch: foolish
  • etwas ist der Renner: etwas ist sehr beliebt
  • die Praline, -n: ein besonderes Stück Schokolade, das gefüllt und verziert ist
  • schmeißen, schmiss, geschmissen: to throw
1,5 Millionen Besucher pilgern jedes Jahr an Karneval nach Köln. Aus dem Ausland kommen vor allem Belgier, Franzosen und Niederländer. In der gesamten Zeit erwirtschaftet Köln nach eigenen Angaben 330 Millionen Euro. Daraus fließen rund acht Millionen Euro in die Stadtkassen zurück. Josef Sommer, Geschäftsführer von Kölntourismus ist damit sehr zufrieden. "Der Karneval ist ein Segen für die Stadt, weil es wirklich im wahrsten Sinne des Wortes eine fünfte Jahreszeit ist. Ein Zusatzgeschäft, das ansonsten so nicht stattfinden würde."
  • irgendwohin pilgern, pilgerte, gepilgert: an einen heiligen Ort wandern - make a pilgrimage
  • erwirtschaften, erwirtschaftete, erwirtschaftet: to earn
  • fließen, floss, geflossen: to flow
  • der Segen, -: etwas sehr positives - blessing
  • im wahrsten Sinne des Wortes: tatsächlich; wirklich
  • ansonsten: otherwise
[Deutsche Welle Top-Thema 20-02-2007]