Typisches Bild in Afghanistan: Frauen bei der
Hausarbeit (Zwei Frauen mit
Kopftuch, die
Wäsche waschen)
- die Hausarbeit, -en: house cleaning
- das Kopftuch, Kopftücher: headdress
- die Wäsche, -n: washing, laundry
Nur wenige Frauen in Afghanistan führen ein
selbstbestimmtes Leben. Eine, die es geschafft hat, ist die Pressefotografin Farzana Wahidy. Auch im Westen werden ihre Fotos vom Leben in Afghanistan sehr
geschätzt.
- selbstbestimmt: so, dass man selbst entscheidet, was man macht
- etwas schätzen, schätzte, geschätzt: etwas sehr gut finden
Stolz erzählt Farzana Wahidy von dem Foto, mit dem sie erstmals
Aufmerksamkeit erregte. Es hängt heute in der Schule für Fotografie in Kabul. Darauf ist eine
enge Gasse zu sehen und der Rücken eines alten Mannes, der die traditionelle Männerkleidung trägt: Eine weite Hose, ein langes Hemd und auf seinem Kopf einen
Turban. Der Mann schiebt eine
Schubkarre. "Das Foto habe ich in der Altstadt von Kabul gemacht. Meinem Lehrer hat es damals sehr gut gefallen", sagt die 25-Jährige.
- Aufmerksamkeit erregen: viel Beachtung bekommen
- die Aufmerksamkeit, -en: attention
- erregen, erregte, erregt: to excite
- die Beachtung _: attention
- eng: narrow
- die Gasse, -n: eine schmale Straße
- der Turban, -e: eine Kopfbekleidung aus weißem Stoff (der Mullah trägt einen Turban)
- schieben, schob, geschoben: mit der Hand bewegen – to push
- die Schubkarre, -n: ein kleiner Wagen mit einem Rad zum Transportieren von zum Beispiel Erde oder Steinen
Wahidys Mutter starb sehr früh. Der Vater ist schon lange arbeitslos. Wahidy
zog die drei jüngeren Geschwister alleine
auf und verdiente das Geld für den
Unterhalt. Sie wollte immer selbstständig sein, und ihr Wunsch war es, Journalistin zu werden. Von Kollegen hörte sie eines Tages, dass Kurse zur Ausbildung von Fotojournalisten angeboten werden. Sie
bewarb sich um einen Ausbildungsplatz und wurde genommen.
- aufziehen, aufzog, aufgezogen: Kinder großziehen – to foster
- der Unterhalt _: die Kosten für das Leben
- sich um etwas bewerben, bewarb, beworben: sich für einen Job vorstellen, indem man seine Dokumente/Zeugnisse vorzeigt - to apply
- vorzeigen, vorzeigte, vorgezeigt: to present
Heute arbeitet Farzana Wahidy als Fotografin für eine
Nachrichtenagentur. Allerdings ist es nicht selbstverständlich, dass Frauen diesen
Beruf in Afghanistan
ausüben. Sie muss deshalb oft gegen Vorurteile
ankämpfen. Aber die
selbstbewusste Fotografin hat keine Angst, denn es gibt auch positive Reaktionen: "Ich treffe Männer, die froh sind, wenn sie eine Frau sehen, die so arbeitet."
- die Nachrichtenagentur, -en: eine Firma, die Nachrichten sammelt und (z.B. an Zeitungen) weitergibt/verkauft
- einen Beruf ausüben: arbeiten
- ausüben, ausübte, ausgeübte: to carry on
- ankämpfen, ankämpfte, ankämpft: kämpfen – to fight
- selbstbewusst: so, dass man an sich selbst glaubt und mit sich zufrieden ist – self-conscious
Oft reist sie für ihre Aufträge in die
Provinzen des Landes. Auch dazu gehört viel Mut, denn es gibt kaum öffentliche Verkehrsmittel und die Gefahr von
Anschlägen ist groß. Aber es
lohnt sich: Für ihre Bilder bekam sie schon viel internationales Lob. Ihre Foto-
Dokumentation "Die Geschichte der afghanischen Frauen" gewann eine
Auszeichnung der
Zeitschrift National Geographic.
- die Provinz, –en: die Region, der Teil eines Landes
- der Anschlag, Anschläge: ein Angriff, bei dem Menschen getötet werden sollen
- sich lohnen, lohnte, gelohnt: etwas bringt einen Vorteil – to be worthwhile
- die Dokumentation, –en: ein genauer und langer Bericht/Film oder auch eine Foto-Sammlung zu einem bestimmten Thema
- die Auszeichnung, –en: ein Preis für eine besondere Leistung
- die Leistung, -en: achievement
- die Zeitschrift, -en: das Magazin
[
Deutsche Welle Top-Thema 14-10-2008]