Zurück zur Natur

Hobbygärtner und Dauercamper
  • der Gärtner, –: jemand, der einen Garten pflegt
  • der Camper, - / die Camperin, -nen (Anglizismus): jemand, der in einem Wohnwagen oder Zelt wohnt
    • der Wohnwagen, –: der Caravan
Im eigenen Kleingarten den Alltag vergessen ...

Schrebergärten und Campingplätze waren lange Zeit Symbole deutscher Spießigkeit.
  • der Schrebergarten, Schrebergärten: ein kleiner Garten, in dem Menschen, deren Wohnung keinen Garten hat, sich erholen und Blumen, Gemüse und Bäume anpflanzen
  • die Spießigkeit (abwertend): das Festhalten an traditionellen Vorstellungen; das Ablehnen moderner Vorstellungen
Doch seit ein paar Jahren werden sie immer beliebter. Vor allem Menschen aus der Großstadt wollen wieder zurück zur Natur.

[Foto: Eine Frau sitzt vor einem blauen Gartenhaus und liest]
  • das Gartenhaus, Gartenhäuser: summer house
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Mitten in Nordrhein-Westfalen, in Dormagen am Rhein, steht Martin Poniewas' kleines Heim auf Rädern.
  • das Rad, Räder: wheel
Vorbei an grasenden Pferden und grünen Feldern zieht es den 40-Jährigen Tag für Tag zum Campingplatz.
  • grasend: Gras fressend
  • das Pferd, -e: horse
  • es zieht jemanden irgendwohin: jemand geht oder fährt gerne irgendwohin
Denn Martin ist Dauercamper. "Ich bin schon hier, seit ich sechs Wochen alt bin", erzählt er. Für mehrere Monate im Jahr lebt Poniewas in seinem Wohnwagen. "Camping ist eine Lebenseinstellung", sagt er.
  • die Lebenseinstellung, -en: die Art, wie man über das Leben denkt bzw. wie man leben möchte
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Jedes Jahr verbringen knapp 400.000 Deutsche ihre Freizeit auf dem Campingplatz.
  • verbringen, verbrachte, verbracht: to spend, to pass (time)
Zu ihnen gehört auch Natalie. Die junge Mutter schätzt am Campen vor allem die geringen Kosten.
  • etwas an etwas/jemandem schätzen, schätzte, geschätzt: etwas an etwas/jemandem mögen
  • gering: klein
Etwa 500 Euro kostet ein Stellplatz durchschnittlich für die ganze Saison.
  • der Stellplatz, Stellplätze: ein Bereich, auf dem man sein Fahrzeug abstellen kann
    • abstellen, abstellte, abgestellt: parken
  • die Saison, –s: der Zeitraum, in dem Menschen Urlaub machen
Die Camper sind für Natalie "fast wie eine Familie". Hier würde jeder jeden kennen, und man würde sich gegenseitig helfen, erzählt sie.
  • gegenseitig: einander; eine/r dem/der anderen
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Auch der deutsche Schrebergarten erlebt zurzeit eine Renaissance.
  • zurzeit: at the moment, currently
  • die Renaissance, -n (aus dem Französischen): die Rückkehr von etwas, das mal modern war
Bundesweit besitzen mehr als 1,3 Millionen Menschen einen solchen Kleingarten am Stadtrand – Tendenz steigend.
  • besitzen (besitzt, –), besaß, besessen: haben
  • Tendenz steigend: etwas wird immer mehr
Denn immer mehr Deutsche, vor allem aus Großstädten wie Berlin und Hamburg, zieht es zurück zur Natur.
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Die ersten Schrebergärten in Deutschland, Anfang des 20. Jahrhunderts, hießen noch Arbeitergärten. Denn sie sollten den Arbeitern, die in Mietskasernen auf engstem Raum lebten, eine Abwechslung bieten.
  • die Mietskaserne: ein Haus mit Mietwohnungen, die besonders einfach und eng sind
    • die Mietwohnung: flat, lodging
  • auf engstem Raum: mit wenig Platz; sehr dicht zusammen
  • die Abwechslung, –en: eine Unterbrechung des Alltagslebens durch etwas Spannendes
    • das Unterbrechung, -en: interruption, break
Genau wie damals gibt es auch heute noch strenge Regeln für die Nutzung eines Kleingartens.
  • streng: so, dass keine Ausnahme möglich ist
    • die Ausnahme, -n: exception
  • die Nutzung _: use, utilization
So darf nur ein Drittel des Gartens als "Freizeitfläche" genutzt werden. Viele bauen daher auf einem großen Teil der Fläche ihr eigenes Obst und Gemüse an.
  • etwas anbauen, anbaute, angebaut: etwas pflanzen, um es später zu ernten
Dauerhaftes Wohnen ist im Kleingarten tabu – aber ihren Urlaub verbringen hier viele.
  • dauerhaft: lange dauernd; immer
  • tabu: so, dass über etwas nicht gesprochen oder etwas nicht gemacht werden darf
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