Wenn der Schiedsrichter ist schwul

Homosexuelle im Fußball
  • der Homosexuelle, –n: jemand, der jemanden vom gleichen Geschlecht liebt
Unter dem Motto "Einer von 11 ist schwul" unterstützt der Fußball-Landesverband Mittelrhein Schwule und Lesben im Amateurfußball.
  • schwul: so, dass ein Mann einen Mann liebt; homosexuell
  • der Verband, Verbände: die Organisation; der Verein
  • die Lesbe, –n: eine Frau, die eine Frau liebt
  • der Amateur, -e / die Amateurin, –nen: jemand, der etwas nicht als Beruf, sondern als Hobby macht
In Köln hat sich zum Start der Aktion ein Schiedsrichter geoutet.
  • der Schiedsrichter, - / Schiedsrichterin, –nen: die Person, die im Sport darauf achtet, dass die Spieler sich an die Regeln halten
    • achten, achtete, geachtet auf: auf etwas aufpassen – pay attention to
    • sich an eine Regel halten: to stick to a rule
  • sich outen, outete, geoutet: öffentlich sagen, dass man homosexuell ist
[Foto: Eine Fußballmannschaft - Ist einer von ihnen homosexuell?]
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Eine Statistik zeigt:
  • die Statistik, –en: eine Liste von Zahlen, die zeigt, wie häufig bestimmte Dinge vorkommen
Jeder Zehnte ist homosexuell. In der Politik, im Fernsehen – überall ist "schwul sein" mittlerweile gesellschaftlich anerkannt.
  • anerkannt: so, dass die Menschen es normal finden
Beim Fußball nicht. Der nordrhein-westfälische Fußballverband Mittelrhein stellt sich deshalb hinter die homosexuellen Spielerinnen und Spieler.
  • sich hinter jemanden stellen, stellte, gestellt: jemanden unterstützen
Für den Liga-Schiedsrichter Hilko Paulsen war es nicht selbstverständlich, dass seine Homosexualität akzeptiert wurde.
  • die Liga, Ligen: eine Gruppe von gleich starken Sport-Mannschaften, die gegeneinander spielen. Man unterscheidet zwischen den oberen Ligen (Bundesligen) und Regional-/Bezirksligen.
  • etwas akzeptieren, akzeptierte, akzeptiert: etwas nicht ablehnen; jemanden so annehmen, wie er ist
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Als er einmal mit seinem Freund durch die Stadt lief, traf er einen Kollegen. Paulsen fragte sich: "Oh Gott, was denkt der bloß jetzt? Nachher hat er mich darauf angesprochen, mich bekräftigt und gesagt: Das ist gut so."
  • nachher: after, later
  • jemanden in etwas bekräftigen, bekräftigte, bekräftigt: jemandem sagen, dass er das Richtige tut
Der Schiedsrichter hat nach seinem Coming-Out vom Verband und von den Kollegen Unterstützung bekommen.
  • das Coming-Out, –s: sich als homosexuell outen
Auf dem Fußballplatz hat ihn noch kein Spieler beleidigt.
  • beleidigen, beleidigte, beleidigt: to insult
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Doch das ist nicht überall so. Viele Fußballer führen ein Doppelleben, vor allem in den oberen Ligen.
  • ein Doppelleben führen: sich in der Öffentlichkeit anders benehmen, als man ist
Je größer die Stadien und je mehr Geld im Spiel ist, desto gefährlicher erscheint das Coming-Out.
  • das Stadion, Stadien: eine große Sportanlage mit Zuschauerplätzen
  • etwas ist im Spiel: es geht um etwas
Auch Schiedsrichter Paulsen hätte sich nicht geoutet, wenn er in einer höheren Liga arbeiten würde.
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Vorurteile abbauen – das ist die einzige Möglichkeit, etwas zu ändern, meint Paulsen.
  • etwas abbauen, abbaute, abgebaut: dafür sorgen, dass etwas weniger wird
  • einzig: unique
Mit Fußball verbindet man einen Männersport, aber: Auf die Idee, dass ein Homosexueller am Stammtisch sitzen könnte, kommen viele nicht.
  • der Stammtisch, –e: ein Tisch in der Kneipe für Gäste, die regelmäßig kommen
"Es müssen sich mehr Leute outen", fordert Paulsen. "Sie müssen zeigen, dass sie ganz normale Menschen sind – nur dass sie eben keine Freundin mitbringen, sondern einen Freund."
  • mitbringen, mitbrachte, mitgebracht: to bring along
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