Friedhof für Tiere

Der letzte Weg der Haustiere
  • das Haustier, –e: ein Tier, das bei Menschen lebt und nicht wild ist
Die Liebe ist groß – oft auch über den Tod hinaus (Foto: Ein Junge sitzt auf einer Wiese und hält einen Hund im Arm)
  • hinaus: beyond
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Ob Hund, Katze oder Hase – Millionen deutsche Haushalte besitzen ein Haustier.
  • der Hase, -n: rabbit
  • der Haushalt, -e: home
Oft wird es zum besten Freund des Menschen.

Aber was passiert eigentlich mit den Tieren, wenn sie eines Tages sterben?
  • eines Tages: irgendwann, an einem unbestimmten Tag
  • sterben (stirbst, stirbt), starb, gestorben: to die
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"Meinen geliebten Benno in den Müll schmeißen?"
  • etwas schmeißen, schmiss, geschmissen: etwas werfen
Das kann sich Anneliese Miller nicht vorstellen.
  • sich vorstellen, vorstellte, vorgestellt: to imagine
Schon vor einigen Wochen starb ihr Hund, doch noch immer trauert die ältere Dame um das treue Tier.
  • um jemanden/etwas trauern, trauerte, getrauert: traurig sein, weil man jemanden/etwas verloren hat – to grieve
  • treu: loyal, trusty
Tröstlich ist für sie nur ein Gedanke:
  • tröstlich: so, dass man weniger leidet - comforting
"Ich glaube, dass auch Tiere eine Seele haben und man sich irgendwo und irgendwann mal wiedertrifft".
  • treffen (triffst, trifft), traf, getroffen: to meet
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Tatsächlich könnten Haustierbesitzer ihren toten Tieren nochmals begegnen – allerdings im Supermarkt.
  • begegnen, begegnete, begegnet: to meet
Stirbt nämlich ein Tier, wird es zu einer Abdeckerei gebracht.
  • die Abdeckerei, -en: eine Firma, die tote Tiere verarbeitet - boneyard
    • etwas verarbeiten, verarbeitete, verarbeitet: aus einem Material etwas Neues herstellen
Dort wird der Kadaver zerkleinert, gekocht und zu Mehl oder Fett verarbeitet.
  • der Kadaver, -: ein toter Körper
  • etwas zerkleinern, zerkleinerte, zerkleinert: etwas in kleine Stücke teilen
  • das Fett, -e: fat, grease
Mit diesen Rohstoffen werden zum Beispiel Klebstoff, Waschpulver oder Zahnpasta hergestellt.
  • der Rohstoff, –e: ein Material, aus dem etwas hergestellt wird - raw material
  • der Klebstoff, -e: glue
  • das Waschpulver, -: washing powder
  • die Zahnpasta, Zahnpasten: toothpast
Für die Industrie ist diese Verwertung eine gute Lösung, aber Tierfreunde sind meistens schockiert.
  • die Verwertung, -en: ein Prozess, bei dem altes Material wiederverwendet wird
  • schockiert sein: etwas sehr schrecklich finden
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Bestattungsinstitute für Tiere bieten deshalb eine Alternative an:
  • das Bestattungsinstitut, -e: eine Firma, die sich um Beerdigungen kümmert
Der Tierkörper wird verbrannt und der Besitzer kann entscheiden, wo die Asche begraben wird.
  • verbrennen, verbrannte, verbrannt: to burn
  • die Asche, –n: ein graues Pulver, das übrig bleibt, wenn etwas gebrannt hat
    • übrig: residually
Ein Grab im eigenen Garten ist preiswert; teurer ist der Platz auf einem Friedhof für Tiere.
  • das Grab, Gräber: grave, tomb
Evelyn Schäfer arbeitet in Kerpen auf so einem Tierfriedhof.

Neben den Gräbern gibt es dort sogar einen besonderen Raum, in dem die Trauerfeiern stattfinden.
  • die Trauerfeier, -n: funeral ceremony
"Nur einen Pfarrer oder eine Grabrede werden sie bei uns vergeblich suchen", berichtet Evelyn Schäfer.
  • der Pfarrer, –: katholischer/evangelischer Geistlicher
  • die Grabrede, -n: eine Rede, die an einem Grab gehalten wird – funeral speech
  • vergeblich: vainly
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Auch wenn viele Menschen über diese übertriebene Tierliebe nur noch den Kopf schütteln:
  • übertrieben: exaggerated, excessive
  • den Kopf schütteln: den Sinn einer Handlung nicht verstehen
    • schütteln, schüttelte, geschüttelt: to shake
Anneliese Miller ist sich sicher, dass ihr Hund Benno an diesem friedlichen Ort besser aufgehoben ist als in einer Zahnpastatube im Supermarkt.
  • friedlich: ruhig und sicher
  • gut aufgehoben sein: an einem sicheren Ort sein
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