Immer wieder Afrika

Besonders Kinder leiden unter der Armut
  • besonders: particularly
  • leiden, litt, gelitten: to suffer
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Hunger und Armut - Alltag für viele Menschen in Afrika.
  • der Alltag, -e: die gewöhnliche Zeit; die Routine – everyday life
Darum steht Hilfe für Afrika wieder einmal ganz oben auf der Agenda des G8-Gipfels.
  • ganz oben: right at the top
  • die Agenda, -n: die Tagesordnung
Doch haben die bisherigen Selbstverpflichtungen etwas gebracht?
die Selbstverpflichtung, -en: eine verbindliche Aufgabe, die man selbst gewählt hat
  • verbindlich: compulsory
  • wählen, wählte, gewählt: to choose, to select
Es gibt gute Gründe, sich mit den Problemen Afrikas auseinander zu setzen.
  • sich mit etwas auseinander setzen (setzt, –), setzte, gesetzt: sich intensiv mit etwas beschäftigen
"Afrika ist der Sozialfall der Weltgesellschaft schlechthin", sagt der Afrika- und Entwicklungshilfeexperte Cord Jakobeit.
  • der Sozialfall, Sozialfälle: jemand, der Unterstützung braucht um zu überleben
  • schlechthin: plainly, simply
Natürlich gelte diese Einschätzung nicht für alle Länder, aber oftmals habe sich die politische und wirtschaftliche Situation nach dem Ende der Kolonialzeit eher verschlechtert als verbessert.
  • gelten (giltst, gilt), galt, gegolten für: to apply to
  • die Einschätzung, -en: evaluation
  • Kolonialzeit, die - die imperialistische Fremdherrschaft europäischer Länder in Afrika von 1870 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914
    • die Fremdherrschaft, -en: foreign rule
  • verschlechtern, verschlechterte, verschlechtert: to make worse
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Vor zwei Jahren beim G8-Gipfel von Gleneagles stand Afrika zuletzt im Fokus der reichsten Industrienationen.
  • im Fokus: im Mittelpunkt; im Blickpunkt
  • die Industrienation, -en: ein Staat mit einer bedeutenden eigenen industriellen Produktion
Es wurde beschlossen, die Entwicklungshilfe bis 2010 zu verdoppeln und die ärmsten Staaten von ihren Schuldenbergen zu befreien - als Anreiz zur Selbsthilfe.
  • die Entwicklungshilfe, -n: das Bemühen weltweite Unterschiede in der Entwicklung und in den Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen
    • die Lebensbedingung, -en: living conditions
    • dauerhaft: ständig, für immer
    • nachhaltig: von langer Wirkung - lasting, durable
    • abbauen, abbaute, abgebaut: dafür sorgen, dass etwas weniger wird
  • der Schuldenberg, -e (bildlich): besonders hohe Schulden
  • der Anreiz, -e: etwas Interessantes, das jemanden motivieren soll – inducement
Auch in den Millenniumszielen der Vereinten Nationen hat sich die Weltgemeinschaft zum Kampf gegen die weltweite Armut verpflichtet.
  • die Millenniumsziele der Vereinten Nationen: ein Katalog grundsätzlicher, verpflichtender Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten. Armutsbekämpfung, Friedenserhaltung und Umweltschutz wurden als die wichtigsten Ziele der internationalen Gemeinschaft erklärt.
    • grundsätzlich: fundamental
    • die Zielsetzung, -en: target, purpose
  • verpflichten, verpflichtete, verpflichtet: to bind, to compel
Gerade die G8-Staaten bekräftigten dies immer wieder und wollen mit gutem Beispiel vorangehen.
  • gerade: straightly
  • bekräftigen, bekräftigte, bekräftigt: to support
  • mit gutem Beispiel vorangehen: sich vorbildlich verhalten - to give a good example
    • vorbildlich: exemplary
    • verhalten, verhielt, verhalten: to behave
Doch die weltweite Entwicklungshilfe ist im vergangenen Jahr gesunken. "Die G8-Staaten sind wortbrüchig", kritisiert Jakobeit.
  • sinken, sank, gesunken: sich langsam nach unten bewegen
  • wortbrüchig: ein Versprechen nicht einhaltend
"Mit der Selbstverpflichtung der G8-Staaten, den Beitrag zur Entwicklungshilfe signifikant zu erhöhen, sieht es finster aus."
  • der Beitrag, Beiträge: contribution
  • signifikant: bedeutsam; kennzeichnend
  • erhöhen, erhöhte, erhöht: höher machen
  • finster: bleakly
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Das Konzept der Entwicklungshilfe wird mehr und mehr in Frage gestellt.
  • das Konzept, -e: idea
  • in Frage stellen, stellte, gestellt: to question
Nicht nur in den Geberländern, sondern auch in Afrika selbst.
  • das Geberland, Geberländer: die Länder, die Geld geben
So lehnt der kenianische Ökonom James Shikwati konventionelle Entwicklungspolitik ab.
  • ablehnen, ablehnte, abgelehnt: to disagree
  • der Ökonom, -en: der Wirtschaftswissenschaftler
  • konventionell: herkömmlich
Er setzt auf Fortschritt aus eigener Kraft.
  • setzen, setze, gesetzt auf: to place a bet
In den vergangenen Jahrzehnten wurden hunderte Milliarden Euro für Entwicklungshilfe ausgegeben, doch eine nachhaltige Wirkung wurde nur in den seltensten Fällen erreicht.
  • ausgeben (gibst, gibt), ausgab, ausgegeben: to spend (money), to dispense
  • erreichen, erreichte, erreicht: to achive
Der Experte für Entwicklungspolitik Jakobeit konkretisiert:
  • konkretisieren, konkretisierte, konkretisiert: to clarify
"Langzeitstudien belegen, dass die positive Wirkung von Entwicklungshilfepolitik in Afrika nicht signifikant nachweisbar ist."
  • belegen, belegte, belegt: to prove
  • nachweisbar: verifiable
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Wie niederschmetternd die Situation in Afrika wirklich ist, zeigen die Fakten.
  • niederschmettern, niederschmetterte, niedergeschmettert: to devastate; niederschmetternd: deprimierend
75 Prozent der Menschen in Afrika südlich der Sahara müssen von weniger als 2 Dollar pro Tag leben.

Von der Globalisierung profitiert Afrika am wenigsten:
  • von etwas profitieren, profitierte, profitiert: mit etwas Gewinn machen
Nach Angaben der Vereinten Nationen befinden sich zwei Drittel der am wenigsten entwickelten Staaten auf dem afrikanischen Kontinent.
  • nach Angaben + Genitiv: so, wie es jemand gesagt hat
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