Schriftsteller werden

Hier werden Autoren gemacht

Im neunzehnten Jahrhundert musste der "arme Poet" im Bett bleiben. In Deutschland gibt es ein Institut, an dem das Schreiben von literarischen Texten gelehrt wird.
  • literarisch: so, dass etwas zur Literatur zählt (z.B. Romane, Gedichte, Erzählungen usw.)
    • zählen, zählte, gezählt zu + Dativ: to be among
Pro Jahr werden nur 20 Studenten zugelassen. Doch das Studium ist keine Garantie für eine Karriere als Schriftsteller.
  • jemanden zulassen (zulässt, -), zuließ, zulassen: jemandem einen Studienplatz geben - to admit
[Foto: Ein Gemälde von Carl Spitzweg, auf dem ein Mann in einem heruntergekommenen Zimmer im Bett liegt]
  • herunterkommen, herunterkam, heruntergekommen: to become neglected
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Nachdem Jörn Dege sein Mathematik- und Philosophiestudium beendet hatte, wollte er etwas Neues machen. Er bewarb sich mit 20 Seiten Text beim Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.
  • sich bewerben, bewarb, beworben: to apply
Obwohl er noch nie etwas veröffentlicht hatte, erhielt er einen der 20 Studienplätze – und das bei 600 Bewerbern.
  • erhalten (erhältst, erhält), erhielt, erhalten: to get
Seitdem besucht der 26-Jährige Vorlesungen in Literaturgeschichte oder bekommt Tipps für den Alltag eines freischaffenden Schriftstellers.
  • die Vorlesung, –en: eine Veranstaltung an der Universität, bei der ein Professor einen Vortrag hält
    • die Veranstaltung, -en: class
    • der Vortrag, Vorträge: eine lange Rede vor einem Publikum
  • freischaffend: so, dass man keinen festen Arbeitgeber hat; selbstständig
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Aus dem Institut sind schon einige bekannte Autoren hervorgegangen.
  • aus etwas hervorgehen, hervorging, hervorgegangen: aus etwas entstehen; von etwas kommen - to emerge from
"Da gibt es Juli Zeh, Clemens Mayer oder Tobias Hülswitt", zählt der Geschäftsführer Claudius Nießen auf.
  • aufzählen, aufzählte, aufzählt: to list
  • der Geschäftsführer, –: der Chef einer Firma
Er weist seine Studenten aber auch darauf hin, dass man durch das Studium nicht automatisch zum Schriftsteller wird.
  • jemanden auf etwas hinweisen (weist, -), hinwies, hingewiesen: jemanden auf etwas aufmerksam machen
Darüber sind sich die Studenten im Klaren.
  • sich über etwas im Klaren sein: etwas genau wissen
Nebenjobs oder ein zweites Studium sind deshalb völlig normal.
  • der Nebenjob, –s: ein Job, mit dem man ein wenig Geld verdienen kann – secondary activity
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Im Zentrum des Studiums stehen die Texte der Studenten. Sie werden in Workshops von den Kommilitonen besprochen.
  • der Kommilitone, - / die Kommilitonin, -nen: der Mitstudent; jemand, mit dem/der man zusammen studiert
  • etwas besprechen (besprichst, bespricht), besprach, besprochen: diskutieren; über etwas sprechen
Jörn Dege sieht in den Gesprächen mit den anderen eine große Chance für seine Weiterentwicklung.
  • das Gespräch, -e: der Dialog
  • die Weiterentwicklung, -en: der Fortschritt - improvement
Sein Kommilitone Andreas Stichmann dagegen glaubt, dass das Institut überschätzt wird:
  • etwas überschätzen, überschätzte, überschätzt: zu viel von etwas erwarten; etwas zu gut bewerten; etwas wichtiger finden als es ist
"Man sitzt im Seminar und bespricht mit 20 Leuten den Text. Beeinflussen tut mich das nicht."
  • Beeinflussen tut mich das nicht (umgangssprachlich): Das beeinflusst mich nicht.
    • beeinflussen, beeinflusste, beeinflusst: to influence; to have an impact
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Und was meinen die Verleger? Michael Faber, Leiter des Leipziger Verlages Faber & Faber sagt:
  • der Verleger, - / die Verlegerin, –nen: jemand, der Bücher veröffentlicht
"Auf Grund der Tatsache, dass (...) beträchtliche Talente aus dem Literaturbetrieb hervorgegangen sind, hat sich die Aufmerksamkeit (...) erhöht."
  • auf Grund der Tatsache, dass ...: due to the fact that ...
  • beträchtlich: ziemlich groß
  • die Aufmerksamkeit, -en: attention
  • erhöhen, erhöhte, erhöht: höher machen
Verleger und Lektoren würden jetzt selbst auf das Institut zugehen.
  • der Lektor, -en / die Lektorin, –nen: jemand, der in einem Verlag für die Auswahl und Korrektur von Büchern zuständig ist
  • jetzt selbst: even now
    • die Auswahl, -en: choice
    • zuständig: competent, responsible
  • auf jemanden zugehen, zuging, zugegangen: jemanden kontaktieren; mit jemandem Kontakt aufnehmen
Die Chancen auf eine Schriftstellerkarriere stehen also gut, wenn man es erst einmal bis zum Literaturinstitut geschafft hat. Dann muss man nur noch durchhalten und den Nerv der Zeit treffen.
  • durchhalten (hältst, hält), durchhielt, durchgehalten: Geduld haben und mit einer Sache weitermachen
    • weitermachen, weitermachte, weitergemacht: to carry on
  • den Nerv der Zeit treffen: über ein Thema schreiben, das aktuell viele Menschen interessiert
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