Der Kanzlerbungalow in Bonn

Eine Hundehütte für den Bundeskanzler
  • die Hundehütte, –n: ein kleines Haus im Garten, in dem Hunde schlafen
Ludwig Erhard liebte es schlicht
  • schlicht: einfach
Der Kanzlerbungalow in Bonn war von 1964 bis 1999 Wohnsitz der deutschen Regierungschefs.
  • der Bungalow, –s: ein Haus mit nur einer Etage
  • der Wohnsitz, –e: die Wohnung
Doch er traf nicht den Geschmack aller Bundeskanzler.
  • etwas trifft den Geschmack von jemandem: etwas gefällt jemandem
    • treffen (triffst, trifft), traf, getroffen: to meet
    • der Geschmack, Geschmäcke: taste
Heute kann sich jeder selbst ein Bild von dem restaurierten Bau machen.
  • sich ein Bild von etwas machen: sich eine Meinung zu etwas bilden
  • etwas restaurieren, restaurierte, restauriert: ein Haus gründlich reparieren
[Foto: ein riesiger Raum mit großen Fenster, zwei Sofas und Blumen im Vordergrund]
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Von Anfang an gab es Menschen, denen die moderne Architektur des Kanzlerbungalows missfiel.
  • von Anfang an: from the (very) beginning
  • etwas missfallen (missfällst, missfällt), missfiel, missfallen jemandem: gefallen jemandem nicht
Den Ex-Minister Norbert Blüm erinnerte er an eine Hundehütte, aber Ludwig Erhard, Helmut Schmidt und Helmut Kohl fühlten sich hier wohl. Der erste Bewohner, Ludwig Erhard, zog 1964 ein.
  • einziehen, einzog, eingezogen: to move in
Seine Botschaft "Bescheidenheit, Maß halten, sparen" zeigte sich auch in der Architektur des Bungalows:
  • die Bescheidenheit, –en: die Tatsache, dass jemand mit sehr wenig zufrieden ist
    • die Tatsache, -n: fact
  • Maß halten: nicht übertreiben
    • das Maß, -e: measure
    • übertreiben, übertrieb, übertrieben: to exaggerate
Er war schlicht und spartanisch eingerichtet.
  • spartanisch eingerichtet: mit wenigen Möbeln
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Andere Regierungschefs waren dagegen weniger begeistert.
  • begeistert: so, dass man etwas toll findet; große Freude über etwas empfinden
Kurt-Georg Kiesinger, Erhards Nachfolger, fand den Bau zu klein und zu wenig repräsentativ.
  • der Nachfolger, -: jemand, der ein Amt von jemand anderem übernimmt – successor
  • repräsentativ: so, dass man etwas gut vorzeigen kann
    • vorzeigen, vorzeigte, vorgezeigt: to present, to display
Willy Brandt wollte dort gar nicht einziehen, erzählt Hans-Walter Hütter, Präsident der Stiftung "Haus der Geschichte".
  • die Stiftung, -en: eine Organisation, die ein bestimmtes Projekt unterstützt und dafür Geld gibt
Er blieb in der Villa, in der er schon als Außenminister gewohnt hatte.
  • die Villa, Villen: ein sehr großes Haus
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Helmut Kohl dagegen bewohnte den nüchternen Bungalow viele Jahre lang und machte es sich mit altmodischen Sesseln und schweren Lampen gemütlich – ganz nach seinem Geschmack.
  • bewohnen, bewohnte, bewohnt: to inhabit
  • nüchtern: schlicht, einfach
  • altmodisch: nicht sehr modern – old-fashioned]
  • der Sessel, –: armchair
  • etwas ist nach dem Geschmack von jemandem: etwas gefällt jemandem
Obwohl Kohl seinen Wohnsitz als "eher absurdes Bauwerk" bezeichnete, wollte er noch nicht einmal ausziehen, als er 1998 schon abgewählt war.
  • absurd: eigenartig; komisch
  • abwählen, abwählte, abgewählt: to vote out
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Gerhard Schröder musste sich die Frage "Einzug oder Auszug?" nicht mehr stellen, denn schon 1999 zog die Regierung in die neue Hauptstadt Berlin um. Der Kanzlerbungalow am Rhein bleibt ein Symbol der Bonner Republik. Nach zweijährigen Restaurierungsarbeiten kann nun jeder sehen, wie die Bundeskanzler lebten. Das Haus soll in Zukunft für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen genutzt werden.
  • die Lesung, -en: eine Veranstaltung, bei der ein Autor aus seinem Buch vorliest
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