Das Anne-Frank-Haus

Anne Frank – Gefangen im Hinterhaus
  • gefangen: imprisoned
Die Sekretärin Miep Gies versteckte die Familie Frank
  • verstecken, versteckte, versteckt: to hide
Das jüdische Mädchen Anne Frank wäre gerne eine berühmte Schriftstellerin geworden. Aber sie überlebte den Nazi-Terror nicht.
  • etwas nicht überleben, überlebte, überlebt: wegen etwas sterben
  • Nazi-: auf die Diktatur Hitlers (1933-1945) bezogen
  • der Terror: Politik, die mit Gewalt ihre Ziele durchsetzt
Berühmt wurde sie dennoch. Ihr Tagebuch zählt zu den meistverkauften Büchern der Welt.
  • das Tagebuch, Tagebücher: ein Buch, in das Menschen ihre Gedanken und Erlebnisse schreiben
  • etwas zählen, zählte, gezählt zu etwas: etwas gehören zu etwas
[Foto: Miep Gies als alte Frau vor einem großen Foto von Anne Frank]
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Am 12. Juni 1942 bekam Anne Frank zur ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch geschenkt, das sie später weltweit berühmt machen sollte.
  • schenken, schenkte, geschenkt: to give a present
  • weltweit: auf der ganzen Welt
Neun Jahre zuvor war die jüdische Familie Frank vor den Nazis aus Deutschland nach Amsterdam geflüchtet.
  • zuvor: before
  • flüchten, flüchtete, geflüchtet: to escape
Doch ab Juli 1942 waren Juden auch dort nicht mehr sicher. Annes Vater Otto Frank bat seine Sekretärin Miep Gies und drei andere Mitarbeiter um Hilfe.
  • um Hilfe bitten, bat, gebeten: to ask for help
Sie fanden im Hinterhaus der Prinsengracht 263 ein Versteck für die Franks und eine befreundete Familie.
  • das Versteck, -e: hiding place
  • befreundet: on friendly terms with someone
Der Eingang war hinter einem Bücherregal verborgen.
  • verbergen (verbirgst, verbirgt), verbarg, verborgen: verstecken
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Anne musste zusammen mit sieben weiteren Menschen auf engstem Raum leben.
  • auf engstem Raum: mit sehr wenig Platz
Die Atmosphäre wurde immer angespannter.
  • die Atmosphäre, –n: die Stimmung
  • angespannt: so, dass es leicht zu einem Streit kommen kann
Das Tagebuch wurde zu Annes wichtigstem Verbündeten.
  • der/die Verbündete, –n: jemand, dem man vertraut; der Freund
Zwischen 1942 und 1944 notierte sie darin Gedanken, Hoffnungen und Ängste einer Jugendlichen, die sehr erwachsen klingen.
  • etwas notieren, notierte, notiert: etwas aufschreiben
  • etwas klingen, klang, geklungen ... – etwas hört sich ... an
"Ich weiß, dass ich nicht sicher bin. Und ich habe Angst vor den Zellen und Konzentrationslagern", schrieb sie.
  • die Zelle, –n: ein kleiner Gefängnisraum, in den man Menschen einschließt
    • einschließen, einschloss, eingeschlossen: verhindern, dass etwas nicht mehr herauskommt
  • das Konzentrationslager, –: ein Lager, in dem die Nationalsozialisten sehr viele Menschen gefangen hielten und ermordeten
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Die Geschichten aus dem Tagebuch sollten ihr erster Roman werden. Einen Titel hatte sie auch schon: "Das Hinterhaus". Aufgeschrieben hat Anne Frank ihr tägliches Leben in der Enge und Isolation.
  • die Isolation, –en: die Tatsache, dass man keine Kontakte nach außen haben kann
Doch als sie und die sieben anderen im August 1944 verraten und deportiert wurden, blieb das Tagebuch in Amsterdam.
  • verraten (verrätst, verrät), verriet, verraten: to betray
  • deportieren, deportierte, deportiert: viele Menschen mit einem Zug in ein Konzentrationslager bringen
Anne und ihre Schwester Margot starben im März 1945 kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager Bergen-Belsen.
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Das Tagebuch hat Miep Gies in Sicherheit gebracht. Sie übergab es ungelesen an Otto Frank, der als einziger überlebt hatte.
  • übergeben, übergab, übergeben: to hand over
Der veröffentlichte die Notizen seiner Tochter.
  • die Notiz, -en: memo, note
"Ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. [...]
  • nicht umsonst: not without reason
Ich will fortleben, auch nach meinem Tod", heißt es darin.
  • fortleben, fortlebte, fortgelebt: weiterleben
In der Prinsengracht 263 erinnert heute ein Museum an die junge Autorin: das Anne-Frank-Haus.
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