Eine Bank speziell für Prostituierte

Ein Konto als Weg aus der Prostitution
  • die Prostitution _: sexueller Kontakt gegen Geld
Ein Schritt in ein neues Leben?
  • der Schritt, -e: step
Kamathipura ist ein Stadtteil der indischen Großstadt Mumbai. Es ist der größte Rotlichtbezirk Asiens.
  • der Rotlichtbezirk, –e: der Teil einer Stadt, in dem es viele Prostituierte gibt
Und mittendrin gibt es eine Bank speziell für Prostituierte.
  • mittendrin, mitten drin: just in the middle
Hier können die Frauen ihr Geld anlegen.
  • Geld anlegen, anlegte, angelegt: Geld auf ein Konto einzahlen
    • einzahlen, einzahlte, eingezahlt: to deposit
[Foto: Eine Prostituierte füllt Bankdokumente aus]
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Die Frau an der Straßenecke heißt Gudiya. Sie ist Anfang 20 und eine von mehr als 100.000 Prostituierten in Mumbai. Aber Gudiya ist eine der wenigen Sex-Arbeiterinnen mit einem eigenen Bankkonto. Bei der Sangini-Bank kann sie jederzeit Geld abheben und einzahlen.
  • jederzeit: immer
  • Geld abheben, abhob, abgehoben: to withdraw money
Mit dem Geld will Gudiya dafür sorgen, dass ihre Tochter später ein anständiges Leben führen kann.
  • sorgen, sorgte, gesorgt für: alles dafür tun, dass etwas erreicht wird oder passiert
  • anständig: von der Gesellschaft respektiert
    • jemanden/etwas respektieren, respektierte, respektiert: jemanden/etwas achten
"Ich werde nicht zulassen, dass meine Tochter... so endet wie ich", sagt die Prostituierte.
  • etwas zulassen (zulässt, -), zuließ, zugelassen: etwas passieren lassen
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Die Sangini-Bank ist speziell für Prostituierte gegründet worden. Etwa 5000 Frauen haben dort in den letzten zwei Jahren ein Konto eröffnet, freut sich Jiwan Prakash Saha, der Verantwortliche für das Projekt.
  • der/die Verantwortliche, -n: responsible person
Es ist ein wichtiger Schritt für die Prostituierten. Denn sie werden von der indischen Gesellschaft nur dann respektiert, wenn sie ihr eigenes Geld besitzen, erklärt Saha.
  • besitzen (besitzt, –), besaß, besessen: haben – to own
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Gehen Frauen wie Gudiya zu einer gewöhnlichen indischen Bank, dann werden sie meist direkt wieder weggeschickt.
  • gewöhnlich: normal
  • wegschicken, wegschickte, weggeschickt: to send away
Bei Sangini dagegen können sie sogar einen Klein-Kredit bekommen.
  • der Klein-Kredit, –s: ein kleiner Geldbetrag, den eine Bank einem Kunden leiht
    • leihen, lieh, geliehen: to lend
Doch trotz des Projekts haben viele Prostituierte das Rotlichtviertel noch nicht verlassen. Täglich warten in Kamathipura zahlreiche Frauen zwischen stinkenden Pfützen und Müllbergen auf neue Kunden.
  • die Pfütze, –n: Wasser, das sich auf dem Boden gesammelt hat
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Die Prostituierten verdienen wenig. 500 Rupien, das sind rund 7 Euro.
  • die Rupie, –n: der Name der indischen Währung
  • rund: etwa
Einige Frauen verdienen dieses Geld mit fünf Kunden, andere müssen dafür 20 Männer befriedigen.
  • jemanden befriedigen, befriedigte, befriedigt: eine Person durch Sex zufrieden stellen
Den größten Anteil bekommen die Bordellbesitzer und Zuhälter.
  • der Anteil, –e: ein Teil von etwas
  • das Bordell, –e: ein Haus, in dem Prostituierte arbeiten
  • der Zuhälter, - / die Zuhälterin, –nen: jemand, der Prostituierte für sich arbeiten lässt und von deren Einnahmen lebt
Was übrig bleibt, das bringen die Frauen zur Bank.
  • übrig: residually
So macht es auch Shivanta. Sobald sie genug Geld gespart hat, will sie in ihr Heimatdorf zurückkehren.
  • sobald: as soon as
  • zurückkehren, zurückkehrte, zurückgekehrt: zurückkommen, wiederkommen
"Dort kaufe ich mir dann ein Stück Land", erzählt die junge Frau hoffnungsvoll.
  • hoffnungsvoll: mit Hoffnung
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