Mehr Urlauber in Weißrussland

Auf der Suche nach Touristen

Wer die Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Urlaub in Weißrussland – ein merkwürdiger Gedanke?
  • merkwürdig: strange
Nicht für die weißrussische Regierung. Sie will jedes Jahr zehn Millionen ausländische Touristen ins Land locken. Allerdings ist sie von diesem Ziel noch weit entfernt.
  • jemanden locken, lockte, gelockt: jemanden dazu bringen, zu einem bestimmten Ort zu kommen
[Foto: Bienenstöcke stehen auf einer großen Wiese]
  • der Bienenstock, Bienenstöcke: hive
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Weißrussland hat ehrgeizige Pläne: Jedes Jahr sollen zehn Millionen ausländische Urlauber ins Land kommen.
  • ehrgeizig: wenn man große Dinge erreichen möchte
Große Teile des früheren Sowjet-Staats bestehen aus Wald, Sümpfen und Seen.
  • bestehen, bestand, bestanden aus: to be composed by
  • der Sumpf, Sümpfe: ein Gebiet mit sehr feuchtem, weichem Boden - swamp
    • feucht: humid, damp
Deshalb fördert die Regierung seit sechs Jahren den "Ökotourismus".
  • etwas fördern, förderte, gefördert: etwas finanziell unterstützen
  • der Ökotourismus, –: umweltfreundlicher Urlaub in der Natur
    • umweltfreundlich: so, dass man mit seinem Verhalten die Natur schützt
Ihr "Ökotourismus" hat aber wenig mit umweltfreundlichem Urlaub zu tun. Es geht hier einfach nur um Urlaub auf dem Land. Und für diesen gibt es schon fast 500 Landhäuser mit Übernachtungsangebot.
  • die Übernachtung, -en: accommodation
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Das Haus Sarechany von Andrej und seiner Familie in einem Dorf nahe der Hauptstadt Minsk läuft sehr gut.
  • etwas läuft sehr gut: etwas ist erfolgreich
    • laufen (läufst, läuft), lief, gelaufen: to proceed
15 Gäste können in dem Landhaus übernachten. Tagsüber können sie sich im Garten erholen, spazieren gehen oder angeln.
  • tagsüber: during the daytime
  • sich erholen, erholte, erholt: to relax
  • angeln, angelte, geangelt: Fische fangen
    • fangen (fängst, fängt), fing, gefangen: to take, to capture
Es gibt traditionelles Essen und Musik. Allerdings sind die meisten Kunden Weißrussen.
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Ausländer denken bei Weißrussland weniger an Urlaub, sondern eher an die Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Damals explodierten in der Sowjetunion Teile eines Atomkraftwerks. Auch einige Regionen Weißrusslands wurden von der radioaktiven Strahlung verseucht.
  • die radioaktive Strahlung, –en: Atomenergie, die Menschen, Tieren und Pflanzen schadet
  • etwas verseuchen, verseuchte, verseucht: etwas vergiften, so dass Schaden für die Umwelt entsteht
Bis heute sind dort längere Aufenthalte gefährlich.
  • der Aufenthalt, -e: das Bleiben an einem bestimmten Ort
Außerdem ist es immer noch sehr problematisch und teuer, ein Visum für das Land zu bekommen.
  • das Visum, Visa: ein Dokument, das man braucht, um in einen Staat einzureisen
Kein Wunder also, dass es die Touristen eher nach Moskau oder St. Petersburg zieht.
  • es zieht jemanden an einen Ort: jemand möchte gerne zu einem Ort reisen
    • ziehen, zog, gezogen: to attract
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Trotzdem stirbt die Hoffnung zuletzt.
  • die Hoffnung stirbt zuletzt: man hat trotz Niederlagen die Hoffnung, dass etwas irgendwann passiert
Die nächste große Chance für den Tourismus ist die Eishockey-Weltmeisterschaft im Jahr 2014, die in Weißrussland stattfinden wird.
  • das Eishockey _: eine Sportart auf dem Eis
  • die Weltmeisterschaft, –en: ein Sportereignis, bei dem die Mannschaften aller teilnehmenden Länder um den Sieg kämpfen
Während der Weltmeisterschaft sollen die Visa dann auch kostenlos sein.
  • kostenlos: kostenfrei; umsonst; so, dass man für etwas nicht bezahlen muss
Das hat Präsident und Eishockeyfan Alexander Lukaschenko jetzt schon versprochen.
  • der Fan, –s: jemand, der etwas oder jemanden ganz toll findet
  • versprechen (versprichst, verspricht), versprach, versprochen: jemandem sagen, dass er etwas bekommt
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See the original Deutsche Welle 14-07-2009 Top-Thema page for an mp3, a pdf, and more learning material.