Das Zeitungssterben

Ist die Zeitung am Ende?

Nach dem Zeitungssterben in den USA kämpfen nun auch die deutschen Zeitungen ums Überleben.
  • das Zeitungssterben _: die Tatsache, dass viele Zeitungsverlage wegen fehlender Nachfrage schließen müssen
    • der Verlag, –e: ein Unternehmen, das Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen veröffentlicht
    • die Nachfrage, -n: request
Vor allem junge Leser bleiben weg. Sie informieren sich lieber im Internet.
wegbleiben, wegblieb, weggeblieben: fernbleiben - to stay away

[Foto: Ein Zeitungsstand - Gibt es bald keine Zeitungsstände mehr?]
  • der Zeitungsstand, Zeitungsstände: newspaper kiosk
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In Zeiten von Internet und Finanzkrise wird die Zeitung immer mehr zum Auslaufmodell.
  • die Finanzkrise, –n: die sehr schwierige wirtschaftliche Situation auf dem Finanzmarkt
  • das Auslaufmodell, –e: ein Produkt, das immer weniger Erfolg hat - discontinued model
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung lesen nur noch vier Prozent der Menschen unter 20 Jahren eine Tageszeitung. Die Branche verlor in den letzten zehn Jahren bereits jeden fünften Leser.
  • die Branche, -n (französisch): der Geschäftsbereich
  • verlieren, verlor, verloren: to lose
Und durch einen geschwächten Anzeigenmarkt droht der Verlust weiterer Kunden.
  • schwächen, schwächte, geschwächt: to weaken
  • der Anzeigenmarkt, Anzeigenmärkte: die Branche, in der mit Werbetexten für Zeitungen oder Zeitschriften gehandelt wird
  • der Verlust, –e: das Verlieren
Denn weniger Werbung bedeutet weniger Geld. Das wiederum führt zu einem inhaltlichen Qualitätsverlust.
  • wiederum: in turn
  • inhaltlich: with regards to content
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Ein Teufelskreis:
  • der Teufelskreis, –e eine schlimme Situation, aus der man nicht mehr herauskommt und die immer schlimmer wird
Wegen schlecht gemachter Zeitungen wenden sich viele Leser enttäuscht ab.
  • sich von etwas abwenden, abwandte/abwendete, abgewandt/abgewendet: aufhören, etwas zu tun; von etwas Abstand nehmen
  • enttäuschen, enttäuschte, enttäuscht: to disapppoint
Und trotzdem geben viele deutsche Verlage immer weniger Geld für ihr Personal aus.
  • das Personal _: alle Mitarbeiter einer Firma
Beispielsweise strich die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, die größte Lokalzeitung Deutschlands, schon 289 Stellen und zwei Redaktionen.
  • eine Stelle streichen, strich, gestrichen: einen Arbeitsplatz nicht mehr anbieten
  • die Lokalzeitung, –en: eine Zeitung, die es nur in einer bestimmten Region gibt
Nun wächst die Angst unter den Journalisten, den Arbeitsplatz zu verlieren.
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Bernd Ziesemer, Chefredakteur vom Düsseldorfer Handelsblatt denkt positiver:
  • der Redakteur, -e / die Redakteurin, –nen: ein Mitarbeiter einer Zeitung, der geschriebene Texte bearbeitet, bevor diese veröffentlicht werden
Er sieht das Internet nicht als Bedrohung, sondern glaubt sogar an eine mögliche Zusammenarbeit beider Medien. Er meint, Verlage sollten für eigene Online-Angebote das Geld verlangen, das ihnen ohne genügend Werbeeinnahmen fehlt.
  • verlangen, verlangte, verlangt: fordern – to ask
  • die Einnahme, –n: Geld, das man für etwas bekommt
So wird das Netz sogar zur ökonomischen Hilfe für die Zeitung, erklärt er.
  • ökonomisch: wirtschaftlich
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Laut Ziesemer müssen Zeitungsmacher allerdings erst einmal ihren Berufsstolz wiederentdecken, den wichtigsten Überlebensfaktor für den Zeitungsjournalismus.
  • der Faktor, –en: etwas, das eine entscheidende Wirkung hat
"Dadurch, dass man... irgendeinen Beitrag im Internet veröffentlicht, ist man noch kein Journalist", sagt er.
  • irgendein: anyone
  • der Beitrag, Beiträge: contribution
Ziesemer ist sich sicher: Gut geschriebene Artikel, ob in der Zeitung oder im Internet, werden auch in Zukunft erfolgreich sein.
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