Erststimme und Zweitstimme

So wählen die Deutschen ihr Parlament
  • jemanden wählen, wählte, gewählt: seine Stimme für einen politischen Vertreter abgeben
    • die Stimme, -n: die Wahlentscheidung (Verb: für jemanden stimmen)
    • der Vertreter, - /die Vertreterin, –nen: der politische Repräsentant
      • der Repräsentant, -en: representative
Der Bundestag ist das deutsche Parlament und hat seinen Sitz im Reichstags-Gebäude in Berlin.
  • der Bundestag _: das Parlament der Bundesrepublik Deutschland
  • seinen Sitz haben: sich befinden
Bei der Wahl des Bundestages darf man zwei Stimmen abgeben: Die erste für eine Person, die zweite für eine Partei.

[Foto: Das Reichstagsgebäude in Berlin - Der Sitz des deutschen Parlaments: der Reichstag]
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Bei den Bundestagswahlen bestimmen die Bundesbürger alle vier Jahre ihre politischen Vertreter.
  • die Bundestagswahl, –en: die Wahl, bei der die Vertreter des Parlaments gewählt werden
  • der Bundesbürger, - / die Bundesbürgerin, –nen: der/die Einwohner der Bundesrepublik Deutschland mit deutscher Staatsangehörigkeit
    • die Staatsangehörigkeit _: nationality
Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und mindestens 18 Jahre alt ist.
  • die Staatsbürgerschaft, –en: die Nationalität
Deutschland ist eine repräsentative Demokratie.
  • repräsentativ: stellvertretend für; so, dass man etwas gut vorzeigen kann
Das heißt, das Volk übt die Staatsgewalt nicht selbst aus, sondern wählt dafür Repräsentanten: die Abgeordneten.
  • etwas ausüben, ausübte, ausgeübte: etwas gebrauchen
  • die Staatsgewalt, –en: die Macht innerhalb eines Staates
  • der/die Abgeordnete, -n: Vertreter/in einer Partei in einem Parlament
Aber das Volk wählt direkt. Es gibt niemanden zwischen Wählern und Politikern, wie etwa die Wahlmänner und Wahlfrauen in den USA. Der Bundestag ernennt später den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin.
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So funktioniert es: Auf dem Stimmzettel kreuzt man den Kandidaten an, den man gerne als Abgeordneten in den Bundestag schicken möchte.
  • der Stimmzettel, –: das Blatt, auf das der Wähler sein Kreuz setzt
  • schicken, schickte, geschickt: to send
Das ist die so genannte Erststimme für das Direktmandat. So geschieht es in den etwa 300 Wahlkreisen der Bundesrepublik.
  • geschehen (es geschieht), geschah, geschehen: to happen
  • der Wahlkreis, –e: das Gebiet, in dem gewählt wird
Der Kandidat, der im Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, kommt direkt ins Parlament. Es ergeben sich also rund 300 Abgeordnete.
  • ergeben (ergibst, ergibst), ergab, ergeben: als Ergebnis haben
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Doch im Bundestag gibt es 598 Sitze.
  • der Sitz, –e: der Platz im Parlament
Die restlichen Sitze sind für Abgeordnete, die mit der Zweitstimme gewählt wurden.
  • restlich: remaining, residual
Mit dem Kreuz für die Zweitstimme wählt man eine Partei. Die Partei sendet dann – wenn sie ins Parlament einziehen darf – ihre Abgeordneten dorthin.
  • einziehen, einzog, eingezogen: to move in
Dafür haben die Parteien vor der Wahl eine Liste mit eigenen Kandidaten für jedes Bundesland erstellt, die so genannte Landesliste.
  • das Bundesland, Bundesländer: Teilstaat, der zusammen mit anderen die Bundesrepublik bildet
  • erstellen, erstellte, erstellt: to build
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Bei der Bundestagswahl spielt die Zweitstimme die größere Rolle.
  • eine Rolle spielen: wichtig sein
Denn nur die Parteien dürfen Abgeordnete ins Parlament schicken, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erreichen. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn eine Partei in mindestens drei Wahlkreisen gewonnen hat.
  • die Ausnahme, –n: etwas, das anders ist als die Regel
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