Friedrich Schiller heute

Ein Rebell mit Herz
  • der Rebell, -en / die Rebellin, -nen: jemand, der gegen eine bestehende Ordnung protestiert (Adjektiv: rebellisch)
Der Schriftsteller Friedrich Schiller wurde 1759 geboren.
  • der Schriftsteller, –: writer
Noch heute werden seine Werke an deutschen Schulen gelesen. Auch wenn seine Sprache oft altmodisch wirkt, seine Themen sind aktuell geblieben.
  • altmodisch: so, dass es nicht in die aktuelle Zeit passt
  • aktuell: gegenwärtig
[Foto: Portrait des Dichters Friedrich von Schiller - Noch heute aktuell]
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Schiller hat Gedichte, Theaterstücke und philosophische Werke geschrieben. Er gehört neben Goethe zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern seiner Zeit. Viele haben in der Schule seine Gedichte auswendig lernen müssen.
  • auswendig lernen: etwas so lernen, dass man es im Kopf hat
Dort ist Schiller immer noch Pflichtlektüre.
  • die Pflichtlektüre, –n: Bücher, die in der Schule gelesen werden müssen
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Freundschaft, Freiheit und der Kampf gegen autoritäre Herrscher – diese Themen spielen bei Schiller die wichtigste Rolle.
  • autoritär: dominant; sehr streng
In seinem berühmten Gedicht "Ode an die Freude" aus der 9. Sinfonie von Beethoven beschreibt Schiller eine Welt, in der alle Menschen gleichberechtigt sind.
  • beschreiben, beschrieb, beschrieben: to describe
  • gleichberechtigt: equal
Vor allem in seinen Theaterstücken geht es oft um unterdrückte Menschen und politische Kämpfe.
  • es geht um etwas: das Thema von etwas ist
  • jemanden unterdrücken, unterdrückte, unterdrückt: jemanden ungerecht behandeln
Häufig hat Schiller dafür geschichtliche Ereignisse benutzt:
  • geschichtlich: historisch
den Streit zwischen englischen Königinnen in "Maria Stuart", den Dreißigjährigen Krieg in "Wallenstein" oder die Geschichte des schweizerischen Freiheitskämpfers "Wilhelm Tell".
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Schiller war sehr rebellisch, die Sprache in seinen Werken oft pathetisch.
  • pathetisch: so, dass es übertrieben feierlich wirkt; so, dass es voller Gefühl ist
    • übertrieben: overstated
    • feierlich: solemnly
Deshalb sind seine Texte nicht immer leicht zu lesen. "Er hat die Gewalt nicht akzeptiert, sondern sich dagegen aufgebäumt – und das ist schon gut!", findet trotzdem ein Gymnasiast aus der 12. Klasse.
  • sich gegen etwas aufbäumen, aufbäumte, aufgebäumt: sich gegen etwas wehren - to rebel
Die Direktorin des Kölner Schillergymnasiums, Anni Schulz-Krause, weiß, dass man junge Menschen für Schiller begeistern kann.
  • jemanden für etwas begeistern, begeisterte, begeistert: jemanden für etwas interessieren
Denn er hatte alles, was man für einen Popstar der Literatur braucht: Liebesaffären, Mut und ein kurzes, rebellisches Leben.
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Die Menschen, die Ende des 19. Jahrhunderts einen deutschen Nationalstaat wollten und gegen die herrschenden Fürsten waren, machten aus Schiller eine Symbolfigur.
  • der Nationalstaat, –en: ein eigenständiger Staat
    • eigenständig: indipendent
  • der Fürst, -en / die Fürstin, –nen: eine adlige Person, die über eine bestimmte Region herrscht - prince
  • die Symbolfigur, –en: jemand, der als Symbol für eine bestimmte Idee steht
Die Nationalsozialisten wiederum verboten seine Theaterstücke in den 1940er-Jahren.
  • der Nationalsozialist, -en / die Nationalsozialistin, –nen: jemand, der sich den politischen Zielen der Nazis in Deutschland der 1930-1940er-Jahre angeschlossen hat
    • anschließen, anschloss, angeschlossen: beteiligen
  • wiederum: on the other hand
Schillers Ideen zur Freiheit passten ihnen nicht. In den 1970er-Jahren wurde er von den jungen Theaterregisseuren wiederentdeckt. Diese inszenierten seine Stücke auf neue, provokante Art.
  • inszenieren, inszenierte, inszeniert: ein Theaterstück einstudieren und aufführen
  • provokant: so, dass man damit eine starke Reaktion bei anderen auslöst
Bis heute wird Schiller auf europäischen Bühnen gespielt.
  • bis heute: to date
  • die Bühne, -n: stage
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