Dorfladen oder Supermarkt?

Tante Emma ist wieder da

Immer mehr Deutsche gehen für kleine Einkäufe wieder in den Tante-Emma-Laden.
  • der Tante-Emma-Laden, -Läden: ein kleiner Laden
Hier ist der Preis zwar etwas höher, dafür ist es aber nicht so unpersönlich wie im Supermarkt.
  • dafür: stattdessen; aber
[Foto: Judith Fischer in ihrem kleinen Tante-Emma-Laden]
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Eigentlich gab es in Deutschland schon fast keine Tante-Emma-Läden mehr. In den letzten zehn Jahren mussten rund 20.000 der kleinen Lebensmittelläden dichtmachen.
  • etwas muss dichtmachen, dichtmachte, dichtgemacht (ugs.): etwas (z. B. ein Geschäft) muss schließen
Zu klein war die Chance, gegen die großen Supermärkte und Discounter zu bestehen.
  • der Discounter, - (Anglizismus): ein großer Laden mit günstigen Preisen
  • gegen jemanden/etwas bestehen, bestand, bestanden: sich gegen jemanden/etwas durchsetzen
Doch nun gibt es eine Renaissance der kleinen Läden.
  • die Renaissance, –n (Französisch): die Rückkehr
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Judith Fischer besitzt einen Tante-Emma-Laden in einem kleinen saarländischen Ort. "Hier bekomme ich alles, was ich brauche", sagt der Rentner Werner Müller.
  • der Rentner, –: jemand, der nicht mehr arbeiten muss, weil er schon sehr alt ist
"Wurst, Zigaretten, meine Zeitung, und tippen kann ich auch hier."
  • tippen, tippte, getippt (umgangssprachlich): Lotto spielen
Gegen große Discounter hat Judith Fischer keine Chance. Das weiß sie. Deshalb lässt sie sich kleine Überraschungen einfallen, damit die Kunden auch wiederkommen.
  • sich etwas einfallen (fällst, fällt), einfiel, eingefallen lassen: sich etwas ausdenken
Im Herbst gibt es ein kleines Fest und an Weihnachten eine Weihnachtsfeier mit Glühwein.
  • der Glühwein, –e: ein Wein mit Gewürzen, den man im Winter warm trinkt
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Judith hat ihren Laden hübsch eingerichtet.
  • etwas einrichten, einrichtete, eingerichtet: etwas (z. B. einen Raum) gestalten
Wurst, Käse und Gemüse sind immer frisch, in den Regalen stehen Marmelade, Soßen und Dosen.
  • das Regal, -e: shelf
Ladenhüter gibt es im Dorflädchen nicht.
  • der Ladenhüter, –: das Produkt, das sich nicht verkauft
  • das Dorflädchen, –: der kleine Laden auf dem Land
Judith kauft genau das ein, was ihre Kunden wollen. Die Lebensmittel kauft sie nicht nur im Großmarkt.
  • der Großmarkt, Großmärkte: der Markt, bei dem Händler ihre Waren kaufen
"Da ist es nicht immer am günstigsten." erklärt sie. "Ich guck', wo es die besten Angebote in den Supermärkten gibt. So kann ich hier den Preis halten."
  • den Preis halten: nicht zu teuer sein
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Viele der Stammkunden kaufen lieber im Dorfladen ein, anstatt mit dem Auto zum Supermarkt zu fahren, denn im Supermarkt ist es ihnen zu unpersönlich.
  • der Stammkunde, -n: der Kunde, der immer wieder kommt
Im Dorflädchen kann man sich hingegen Zeit lassen und sich auch mal mit anderen Kunden unterhalten.
  • hingegen: im Gegensatz zu etwas; dagegen
  • sich Zeit lassen: etwas langsam machen
  • unterhalten (hältst, hält), unterhielt, unterhalten: to entertain
Judith Fischer freut sich: "Ich hab den Laden vor zwei Jahren übernommen, da war er ein bisschen runtergewirtschaftet. Seit ich den Laden übernommen habe, geht es stetig nach oben."
  • etwas übernehmen (nimmst, nimmt), übernahm, übernommen: etwas als Nachfolger von jemandem weiterführen
  • etwas ist (he)runtergewirtschaftet: etwas (z. B. ein Geschäft) ist finanziell nicht erfolgreich
  • stetig: immer, andauernd
  • nach oben: upward
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