Islam oder Islamismus

Die Schweizer sagen "nein"

In der Schweiz wurde der Bau von Moscheen mit Minaretten per Volksentscheid gestoppt.
  • die Moschee, –n: das Gotteshaus der Muslime
  • das Minarett, –s / -e: der Turm einer Moschee, von dem aus zum Gebet gerufen wird
  • der Volksentscheid, –e: die Volksabstimmung; die Entscheidung über eine politische Frage durch das Volk
Das Verbot wird von Politikern und Kirchenvertretern weltweit diskutiert. Die einen begrüßen es, andere sind schockiert.
  • etwas begrüßen, begrüßte, begrüßt: mit etwas einverstanden sein; etwas positiv finden
[Foto: Die Spitze eines Minaretts einer Moschee in Zürich - Ein Minarett in Zürich – weitere wird es vorerst nicht geben]
  • vorerst: vorläufig – for the time being
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Die meisten Schweizer wollen keine Minarette mehr im eigenen Land: Ende November 2009 entschieden sich rund 57 Prozent der Bevölkerung in einem Volksentscheid gegen sie – und damit auch gegen den Ruf des Muezzins zum Gebet.
  • rund: ungefähr
  • der Muezzin, –s: die Person, die im Islam zu Gebet ruft
Viele Schweizer Politiker waren überrascht und schockiert über das Ergebnis.
  • überraschen, überraschte, überrascht: to surprise
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In der Schweiz leben rund 100.000 Türken. Für den türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan ist das Ergebnis des Volksentscheides ein Zeichen der Islamfeindlichkeit in Europa. Das türkische Außenministerium meldet, dass die in der Schweiz lebenden Türken sehr besorgt sind.
  • melden, meldete, gemeldet: to report
  • besorgt: so, dass man sich Sorgen macht
Als "eindeutig diskriminierend" bezeichnen das Minarett-Verbot auch einige UN-Vertreter, die die Religionsfreiheit in Gefahr sehen.
  • eindeutig: ganz klar; so, dass es über etwas keine zwei Meinungen geben kann
  • diskriminierend: so, dass Menschen, die eine andere Hautfarbe, Religion, Kultur o. ä. haben schlechter behandelt werden
  • bezeichnen, bezeichnete, bezeichnet: beschreiben
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Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrates der Ex-Muslime in Deutschland, meint:
  • der/die Vorsitzende, –n: die Person, die eine Organisation leitet
  • der Zentralrat, Zentralräte: eine Organisation, die sich für die Interessen einer bestimmten Gruppe einsetzt
"Die Menschen in der Schweiz haben sich gegen die Scharia entschieden.
  • die Scharia _: das islamische Recht
Und wir denken, das war eine richtige Entscheidung." Ahadi glaubt, dass islamische Organisationen durch die Religion versuchen, mehr Macht und Einfluss zu bekommen. Ihrer Meinung nach werden Minarette und Moscheen als politische Symbole benutzt.
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Nach Meinung von Soziologen zeigt der Volksentscheid vor allem eines:
  • der Soziologe, -n / die Soziologin, –nen: jemand, der das Zusammenleben von Menschen in Gruppen und Gesellschaften wissenschaftlich untersucht
Die Menschen haben Angst vor dem Islam. Sie wissen wenig über ihn und kennen nur die Auswirkungen, wenn in einem islamischen Land mit Religion Politik gemacht wird.
  • die Auswirkung, –en: der Effekt
Viele setzen den Islam auch mit Islamismus oder Terrorismus gleich.
  • etwas mit etwas gleichsetzen, gleichsetzte, gleichgesetzt: zwei verschiedene Dinge als das Gleiche bezeichnen
  • der Islamismus _: Bezeichnung für eine politische Bewegung, die sich sehr stark am Islam orientiert
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Karl Kardinal Lehmann, einer der höchsten katholischen Kirchenvertreter in Deutschland, sprach sich für religiöse Toleranz und für Moscheen in Europa aus.
  • sich für etwas aussprechen (sprichst, spricht), aussprach, ausgesprochen: etwas unterstützen
Doch er forderte von der arabischen Welt auch mehr Toleranz gegenüber Christen im eigenen Land. Als Beispiel nannte er Saudi-Arabien, wo Christen Gefahr laufen, verhaftet zu werden, wenn sie ihre Religion öffentlich ausüben.
  • Gefahr laufen (läufst, läuft), lief, gelaufen: eine gefährliche Situation riskieren
  • verhaften, verhaftete, verhaftet: to arrest
  • ausüben, ausübte, ausgeübte: to practice
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