UN-Truppen in Haiti

Ein Land braucht Hilfe

Im Jahr 2004 wurden in Haiti 7000 Soldaten der Vereinten Nationen stationiert.
  • stationieren, stationierte, stationiert: jemanden an einen bestimmten Ort bringen
Seitdem versuchen die Blauhelme, eines der ärmsten Länder der Welt zu stabilisieren.
  • der Blauhelm, -e (meist im Plural; umgangssprachlich): die UN-Friedenstruppen
    • die Truppe, –n: die Gruppe von Soldaten, die einen gemeinsamen Auftrag haben
  • etwas stabilisieren, stabilisierte, stabilisiert: etwas stärken und sicherer machen
Doch der Einsatz in Haiti ist umstritten.
  • etwas ist umstritten: es gibt verschiedene Meinungen über etwas
[Foto: UN-Truppen vor einem Panzer - UN-Truppen in Haiti]
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Noch vor wenigen Jahren trauten sich die Soldaten der UN-Friedenstruppen nur im Panzer nach Raboteau, dem Armenviertel von Gonaïves.
  • sich trauen, traute, getraut: den Mut haben, etwas zu tun
  • das Armenviertel, _: der Slum
Der Stadtteil war nach der Flucht von Präsident Aristide im Jahr 2004 vollständig unter der Kontrolle bewaffneter Gruppierungen. Hinrichtungen waren an der Tagesordnung.
  • die Hinrichtung, -en: execution
  • etwas ist an der Tagesordnung: etwas passiert sehr häufig
Regierung, Polizei und Justiz funktionierten nicht mehr. Heute gehen die Soldaten zu Fuß durch die Straßen.
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Die Vereinten Nationen hatten die über 7000 Blauhelm-Soldaten 2004 nach Haiti geschickt. UN-Sprecher David Wimhurst erklärt: "Wir sorgen hier für einen funktionierenden Rechtsstaat, dafür, ... dass Menschenrechte geachtet und die Grenzen gesichert werden".
  • der Rechtsstaat, –en: der Staat, der die Rechte seine Bürger schützt
  • achten, achtete, geachtet: respektieren
Er macht stolz auf die Erfolge nach fünf Jahren zivilem Engagement aufmerksam:
  • das zivile Engagement, –s: die Hilfe, die nicht militärisch ist
  • aufmerksam: attentive
Die Blauhelme sicherten nicht nur die Wahlen im Jahre 2006, sie trugen auch zur Katastrophenhilfe bei, als Haiti 2008 stark überschwemmt wurde.
  • etwas zu etwas beitragen, beitrug, beigetragen: sich an etwas beteiligen; bei etwas mithelfen
  • etwas wird überschwemmt: das Land wird von Wasser zerstört
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Zum zivilen Engagement gehören auch landesweite Bildungszentren, in denen die Haitianer lernen, warum man Müll entsorgen sollte und wie man Wasser aufbereitet.
  • landesweit: nationwide
  • Müll entsorgen, entsorgte, entsorgt: Müll wegbringen, um ihn an einem bestimmten Ort zu verbrennen
  • Wasser aufbereiten, aufbereitete, aufbereitet: dreckiges Wasser sauber machen, damit man es trinken kann
"Es liegt an Euch!" ist der Titel des Projektes. Die Veranstaltungen sollen Haitianer dazu bringen, selbst aktiv zu werden.
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Doch die UN-Mission in Haiti ist nicht unumstritten: Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu bewaffneten Auseinandersetzungen.
  • die Auseinandersetzung, –en: der Konflikt; der Streit
Jan Hansens von der Menschenrechtsorganisation "Justitia et Pax" ist der Meinung, dass sich die UN zurückziehen müssen, damit der Staat Haiti selbst für sein Volk sorgen kann.
  • sich zurückziehen, zurückzog, zurückgezogen: zurückgehen
Wimhurst ist aber der Meinung, dass die UN gemeinsam mit der Regierung Haiti demokratisieren, die Wirtschaft ankurbeln und das Land neu aufbauen sollten.
  • ein Land demokratisieren, demokratisierte, demokratisiert: in einem Land eine demokratische Ordnung aufbauen
  • etwas ankurbeln, ankurbelte, angekurbelt: dafür sorgen, dass etwas mehr wird
  • aufbauen, aufbaute, aufgebaut: to build up
Eine Herkulesaufgabe, vor allem nach den schweren Erdbeben Anfang 2010, die das Land in einem katastrophalen Zustand hinterlassen haben.
  • die Herkulesaufgabe, –n: die sehr schwere Aufgabe
  • das Erdbeben, –: starke Bewegungen der Erde, die sogar eine Stadt zerstören können
  • katastrophal: sehr schlimm; sehr schrecklich
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