Globus e.V.

Jung und heimatlos in Deutschland

Als Teenager seine Heimat verlassen und in ein fremdes Land fliehen müssen – so geht es vielen jungen Flüchtlingen, die ohne Familie nach Deutschland kommen.
  • der Teenager, -s (Anglizismus) – ein Jugendlicher von 13 bis 19 Jahren
  • der Flüchtling, -e: jemand, der aus seiner Heimat in ein anderes Land flieht
Der Verein Globus nimmt diese Flüchtlinge auf.
  • jemanden aufnehmen (aufnimmst, aufnimmt), aufnahm, aufgenommen: jemandem eine Bleibe geben
    • die Bleibe, -n: lodge
[Foto: Der Gemeinschaftsraum bei Globus e.V. - Globus gibt Flüchtlingen eine neue Heimat]
  • der Gemeinschaftsraum, Gemeinschaftsräume: ein Raum, in dem viele Leute gemeinsam etwas machen können
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Die Jungen, die im Gemeinschaftsraum des Vereins Globus im Internet surfen, haben eine tragische Vergangenheit.
  • im Netz/Internet surfen, surfte, gesurft (Anglizismus): sich verschiedene Informationen im Internet anschauen
  • tragisch: sehr schlimm
Der 17-Jährige aus Nigeria zu Beispiel, der seinen Namen nicht nennen möchte: Seine Eltern wurden bei Unruhen getötet, erzählt Sozialarbeiter Markus Lettmann.
  • die Unruhe, -n: der Kampf
  • der Sozialarbeiter, - / die Sozialarbeiterin, –nen: jemand, der sich um Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien (hier: Flüchtlinge) kümmert
Der Junge selbst will nicht darüber reden – die Geschichte ist noch zu frisch.
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Allein in Nordrhein-Westfalen kamen 2009 mehr als 700 Flüchtlinge ohne Eltern in soziale Einrichtungen.
  • allein: nur
  • die soziale Einrichtung, –en: eine Organisation, die jugendliche Flüchtlinge aufnimmt
Lettmann erzählt: "Die werden entweder von den Eltern geschickt oder sind allein unterwegs, haben ihre Eltern verloren oder sich über mehrere Jahre hierher durchgeschlagen."
  • sich durchschlagen, durchschlug, durchgeschlagen: mit großer Anstrengung an ein Ziel kommen
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Die Mitarbeiter von Globus betreuen zurzeit 16 Kinder aus der ganzen Welt.
  • betreuen, betreute, betreut: sich um jemanden kümmern
Sie versuchen Normalität in das Leben der Kinder zu bringen: Sie versorgen sie und bringen sie zu den Ärzten.
  • jemanden versorgen, versorgte, versorgt: jemandem alles geben, was er zum Leben braucht
Die Flüchtlinge wohnen bei Globus allein oder zu zweit in normalen Wohnungen. Sie gehen zum Sprachkurs oder in die Schule, nachmittags können sie ins Gemeinschaftshaus kommen. Dort wird gemeinsam gekocht oder gesurft.
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Zu den unangenehmeren Dingen gehören Termine bei der Ausländerbehörde.
  • die Ausländerbehörde, –n: das Amt, das z. B. für Aufenthaltsgenehmigungen zuständig ist
Hier erfahren viele, dass sie wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben können. Die meisten bekommen nämlich nur so genannte Duldungen für einen oder drei Monate, die dann wieder verlängert werden.
  • die Duldung, –en: die Erlaubnis, für eine bestimmte Zeit in einem Land zu bleiben
  • etwas verlängern, verlängerte, verlängert: etwas länger dauern lassen, als geplant
Bis sie 18 Jahre alt sind. Dann bekommen sie vielleicht politisches Asyl.
  • das Asyl, –e: der Aufenthalt, den ein Staat einem Menschen gewährt, der in seiner Heimat verfolgt wird
Im schlimmsten Fall werden sie abgeschoben.
  • jemanden abschieben, abschob, abgeschoben: jemanden in seine Heimat zurückschicken
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Bis jetzt sind alle Kinder, um die sich Markus Lettmann und seine Kollegen kümmern, jünger als 18 Jahre. Denn den Verein Globus gibt es erst seit zwei Jahren. Die Unsicherheit über den weiteren Aufenthalt macht Lettmann Sorgen: "Die ersten werden im Oktober 18", sagt er, "und dann wird es diese traurigen Geschichten geben, dass wir Abschied nehmen müssen."
  • der Abschied, -e: farewell
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See the original Deutsche Welle 19-03-2010 Top-Thema page for an mp3, a pdf, and more learning material.